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nur  aus  zweien.  Der  so  eben  entsetzte  Herzog  Eberhard  II.
war  nicht  mehr  zu  rechnen;  sein  Bruder,  der  eingesperrte
blèdsinnige  Prinz  Heinrich,  schien  noch  weniger  in  Betracht
zu  kommen,  und  von  den  zwei  Söhnen  desselben  hatte  der
älteste,  Prinz  Ulrich,  kaum  nur  das  elfte  Jahr  zurückgelegt;
der  jüngere  Sohn  aber,  Prinz  Georg,  war  nur  zur  Hälfte
gewonnen,  wie  man  Söhne,  die  noch  nicht  einmal  sechs  Monate
  alt  sind,  kaum  als  halbgewonnen  ansehen  darf.
Die  Wabrscheiulichkeit  schien  also  nicht  sehr  entfernt  zu
seyn,  daß  der  Mannsstamm  des  wirtembergischen  Hauses  aussterbe,
  und  Marimilian,  der  nie  schüchtern  war,  auch  noch
entfernter  liegende  Wahrscheinlichkeiten  zu  berechnen,  Marimiltan
  zeigte  sich  bereirwillig,  die  Absichten  der  wirtembergischen
  Raͤthe  und  Landstände  zu  erfüllen,  sobald  nur  sie  auch
seinem  Familien-Interesse  eine  Aussicht  erdffnen  wollten,  die
freilich  selbst  auch  für  einen  weniger  nach  Konvenienz  richtenden
  Kaiser,  als  öfters  Marimilian  war,  verführerisch  seyn  mußte.
Der  Vertrag,  der  das  Successionsrecht  des  dsterreichischen
Hauses  begründen  sollte,  wurde  bereits  entworfen;  die  Punktation
  war  fertig;  doch  —  Kurfürst  Friedrich  von  Sachsen
war  damals  bei  dem  Kaiser,  und  er,  der  noch  wohl  wußte,
was  kaum  vor  drei  Jahren  auf  dem  großen  Reichstage  zu
Worms  ausgemacht  worden,  er  scheint  noch  diehmal  dazwischen
  gekommen  zu  seyn.  Marimilian  sprach  unbezahlt  Justiz.
Dieser  Augenblick,  Wirtemberg  zu  gewinnen,  war  also
aufgegeben  worden,  aber  nicht  die  Idee.  Kaum  ein  paar
Jahrzehnde  nachher  zeigte  sich  für  Maximilians  Enkel  eine  fast
noch  günstigere  Gelegenbeit.
Herzog  Ulrich  von  Wirtemberg  hatte  durch  die  unvorsichtigste
  Eroberung  der  Reichsstadt  Reutlingen,  )  einer  Stadt,

*)  Monat  Jannar  1519.