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kränkeude  oder  unchristliche  Vorsall  sie  weckte,  glöcklich
mindern  mochte,  oder  seiner  natürlichen  Schüchternheit  freie
Lust  und  Baohn  machen  konnte.  Auch  lag  wohl  oft  in  dem
guten,  lernbegierigen  Jüngling  mehr  Neugier,  als  Wißbegierde,
und  sein.  fähiger  junger  Geist  schlang  sich  schon  frühe  in  so
ganz  verschiedene  Arten  von  Kenmtnissen  und  Wislenschaften
binein,  daß  er  bald  oder  spät  tief  geschwächt  erliegen  mußte,
oder  vielleicht  doch  noch  eine  glückliche  Gewaundtheit  gewann,
die  das  seltenste  Talent  selbst  seltener,  großer  Köpfe  zu  seyn
pflegt.

Er  war  zu  Tuͤbingen,  unter  der  theilnehmendsten  Aufsicht
seines  zärtlich  liebenden  Vaters,“)  im  trefflichsten  Kreise  der
edelsten  jungen  Freunde  aufgewachsen.  Thomas  Lansius,
der  nachher  zu  Tübingen  24  Fahre  lang  sein  vertrautester
Kollege  war,  der  der  historisch-politischen  Aufklärung  der  letztern
  Hälfte  des  vorigen  Jahrhunderts,  seiner  Art  nach,  mächtig
  voranbahme,  Thomas  Lansius,  von  völlig  gleichem  Alter
mit  ihm,  war  schon  sein  Jugendfreund;  der  große  Johann
Keppler  ?*)  sein  Freund  und  Lehrer;  Melchior  Nikolai,
  der  nachher  Prokanzler  zu  Tübingen  und  endlich.  Probst
zu  Stuttgart  wurde,  und  Joh.  Ulrich  Pregizer,  der  erste
Tübingische  Kanzler  nach  dem  westphälischen  Frieden,  waren
damals  seine  vertrautesten  akademischen  Zeitgenossen.

Die  Universität  selbst  war  damals  in  allen  Fakultäten
mit  alten  und  jungen  Männern  besetzt,  die  eine  so  gläckliche
Mischung  unter  sich  machten,  daß  Tübingen  selten  noch  so

v)  Um  der  Erziehung  seiner  Söhne  besser  abzuwarten,  soll  der
Vater  von  Eßlingen,  wo  er  Stadtschreiber  war,  nach  Tübingen
  gezogen  seyn.  S.  Rath  I.  c.  S.  6.

ve)  Te  lideli  olim  usus  sum  prneceptorc  schreibt  Besold  an  Keppler
  27.  Januar  1605.  S.  Epp.  Keppleri  p.  274.