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wohlverdienten  großen  Ruhm  genoß,  und  noch  seltener  zum
größten  Vortheile  der  studirenden  Jugend  so  trefflich  gemischt
besetzt  war.  Zwar  stand,  seit  Jakob  Andreä  gestorben,
der  gute  alte  Heerbrand  an  der  Spitze  der  theologischen
Fakultär;  der  bekannte  ehemalige  Legationsprediger  zu  Konstantinopel,
  Dr.  Stephan  Gerlach,  war  in  schriftstellerischer,
  polemischer  Thätigkeit  der  Erste  nach  ihm,  und  noch  unermüdeter,
  als  er,  war  Dr.  Johann  Georg  Sigwart,
den  chedem  noch  als  jungen  Mann  selbst  Jakob  Andreä  bei
Streitigkeiten  dfters  zu  Rath  zog.“)  Doch  der  größre  Theil
der  nachwachsenden  jungen  Generation,  der  edlere,  selbsidenkende
  Haufen  von  Srudirenden  schloß  sich  an  den  jungen
Dr.  Matthias  Hafenreffer  anz  den  trefflichen  jungen
Mamn  öbertraf  kein  Greis  an  Mäßigung,  kein  feuriger  Jüngling
  an  Eifer  für  Weisheit  und  Tugend.  Sein  Umgang  war
so  sanft  und  lieblich,  sein  Charakter  so  voll  zärtlicher  Nachgiebigkeir,
  die  Kenntnisse,  die  er  im  Umgang  mittheilte,  waren
so  mannichfach,  daß  auch  ein  Christoph  Forstner  und
Joh.  Valentin  Andreä  noch  in  den  Zeiten  ihrer  ausgebildersten
  Geistesgrötze  an  die  Freuden  seines  Umgangs  und
seiner  Tischgesellschaften  so  rührungsvoll  zurückdachten,  wie
man  nur  an  die  heiligsten  Augenblicke  seiner  ersten  Jugend,
bildung  zarückdenkt.  So  ein  eifrig  orthodorer  Mann  er  auch
war,  nie  wurde  seine  Orthodorie  zudringlich,  nie  war  sie  lärmend,
  selbst  wenn  sie  auch  alle  Spuren  ihrer  Lokalität  und
ihres  Zeitalters  trug.  2)  So  gewiß  er  nie  vergaß,  vor  kalvi-*)

  Er  Programmate  Universitalis  Tubingensis  apud  Fischlin  Memor.

  Theol.  P.  I.  p.  321.
vw)  Keppleri  Epistolae  an  mehreren  Orten.  Hafenreffer  erscheint

in  denselben,  selbst  bei  klaren  Beweisen  einer  eingeschraͤnkten
Einsicht,  doch  immer  höchst  ehrwürdig.  Von  seinem  Eifer  gegen