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Ursprachen  lesen  zu  koͤnnen.  Er  las  die  Bibel  und  las
die  Kirchenväter,  er  saß  über  Johann  Duns  Scotus  und
seinesgleichen,  )  so  wenig  er  auch  durch  Natur  und  Berufzu
  Lesung  von  Johann  Duns  Scotus  bestimmt  war  Wiee
ihm  nach  allem  dem  von  Muße  endlich  noch  übrig  blieb,  das
war  er  bei  Möstlin,  um  an  den  mathematischen  Entdeckungen
  dieses  großen  Mannes  theilzunebmen,  oder  er  ließ
sich  von  dem  alten,  siebenzigjährigen  Crusius  vorerzählen,
der  mehr  zu  erzählen  wußte,  als  der  damalige  Professor  der
Geschichte,  M.  Erhard  Cellius,  aus  allem  seinem  Wissen
aufbringen  konnte.

Er  war  ein  trefflichet  junger  Mann,  der  die  unverdorbensten
  Sitten  im  verdorbensten  Zeitalter  bewahrte;  ein  frommer
  junger  Mann,  den  das  allgemeine  Verderben,  wie  es  damals
  vom  Hofe  und  selbst  vom  Beispiele  des  Herzogs  ausging,
  nur  zu  ernsthafteren  Betrachtungen  und  zu  strengerer
Sorgfalt  führte.  Franzbsische  Sitten  waren  am  Hof,  und
vom  Hofe  aus  selbst  auch  zu  Tübingen  eingerissen.  Alle

*)  Dieß  fagt  er  selbst  in  der  Zueignungsschrift  an  den  Kurfürsten
von  Bavern,  vor  seinen  christlichen  Motiven.  Rath  lc.
S.  10  sagt  nicht  allein  von  ihm,  er  habe  Lateinisch,  Griechisch,
Ebräisch,  Chaldéisch,  Sprisch,  Arabisch,  Spanisch,  Italienisch,
Französisch,  non  sine  nalurac  quodam  miraculo,  recht  gut  verstanden,
  sondern  rühmt  auch  S.  21:  Biblia  omnia,  quac  ulla
ratione  quocunque  tantum  pretio  boberi  poterant,  sirc  bebraica,
  sive  graeca,  sive  alinrum  linguarum,  avidissime  cocmta
studiose  examinobat  etc.

Auch  Wilhelm  Schickard  in  Michael  Beringers  Lebensbeschreibung
  (s.  Moser's  erläutertes  Würtemberg,  S.  313)  nennt
Besolden  inlinitac  lectionis  hominem,  doctrinneque  multiplicis,
linguarum  non  minus  octo  peritissimum.  Ueber  die  Wirkung
dieser  großen  Lektüre  und  Gelehrsamkeit  auf  seinen  ganzen
Charakter  urtheilt  sehr  richtig  Joh.  Val.  Andreä  im  Wirtemb.
  Repertorium,  Band  1.  S.  343.  Anmerk.  70.

Spittler's  sémmtliche  Werte.  XII.  Bo.  19