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der  katholischen  Kirche  wahrnabm,  gerade  einem  frommen,
guten  Katholiken  begegnete,  wenn  er  in  solchen  Momenten  den
vollen  Kontrast  seiner  alten  Apokalypren-Idecn  mit  seiner  neu
entdeckten  Bekanntschaft  recht  innigst  empfand,?)  war  Altes
in  ihm  schon  vorbereitet  zum  Proselyten;  so  kam  er  in  ein
Schwanken  von  Ueberzeugung,  dem  er  wohl  noch  unvorsichtig
  nachhing,  so  war  er  in  seinem  Innern  schon  mehr  als
halb  verführt.  Nur  fehlte  denn  noch  ein  feiner,  schlauer  Führer,
  der  ihn  immer  nur  einige  Schritte  allmählich  weiter  fortlockte,
  der  ihm  erst  einige  der  übertriebenen  proteskamtischen
Vorwürfe  klar  machte,  der  ihn  ron  diesen  allmählich  nur
schließen  ließ  auf  manche  der  übrigen  Vorwürfe,  der  den  ersten
  Punkt,  wovon  Besold  ausging,  recht  fest  hielt,  wie  wenig
auf  Glauben  und  Meinungen  ankomme,  wie  viel  mehr  dann
aber  Frômmigkeitsübung  und  Frömmigkeitsfreuden  in  der  katbolischen
  Kirchengemeinschaft  statt  hätten,  als  man  in  irgend
einer  lutherischen  Kirche  zu  finden  im  Stande  sey.

Ehe  nur  irgend  einer  der  Kollegen  und  Freunde  Besold's
argwohnte,  so  war  Besold  schon  ein  vertrauter  Religionsfreund
des  Karmeliten-Priors  zu  Rottenburg  am  Neckar,  so  zog  ihn
schon  das  weitere  Aufsuchen  alter,  auch  ungedruckter,  mystischer
  Schriften  in  genauere  Bekanntschaft  mit  ’den  dortigen
Kapuzinern.?)  Ehe  selöst  die  eifrigsten  der  Tübingischen

*)  Besold  selbst  gibt  hie  und  da  deutlich  genug  zu  verstehen,  wie
sehr  seine  überspannten  Ideen  gegen  die  Katholiken,  die  aus
seinen  pseudo-prophetischen  Bemühungen  slossen,  nach  etwas  genauerer
  perfönlichen  Bekanntschaft  mit  denselben  die  erste  Praͤ-disposftion
  zu  seinem  Katholicismus  waren.  Freilich  konnte  es
nur  Prädisposition  für  diesen  Kopf  sepn.

»e)  Besold  gab  1623  aus  einer  alten  Handschrift  heraus:  Johann
  KTauler  Nachfolgung  des  armen  Lebens
Christi.  Er  sagt  selbst  in  der  Vorrede  zu  seinen  christlichen