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Stillen  zu  dieser  Hartie  gehbren,  die  er  gründlich  zu  widerlegen
  seinem  Landesfürsten  versprochen  hatte?  Noch  ging  er
auch  seit  1626,  wie  vorher,  gewöhnlich  zur  Kirche  und  zum
Abendmahl,  war  fortdauernd  vertrautester  Freund  des  gewissenhaften,
  redlichen  Schickard,  des  offenhergigen,  geraden
Lansius,  und  er  sollte  heimlich  katholisch  seyn  2  *)

Doch  in  der  That,  noch  war  er's  nicht  vèllig.  Sein  Herz
hatte  längst  katholische  Partie  genommen,  der  Verskond  war
auch  dem  Herzen  schon  seit  Langem  nachgezogen,  aber  eben
dieselbe  Schüchternheit  und  Verstecktheit  seines  Charakrers,  die
dem  heimlichen  Karholischwerden  günstig  war,  verhinderte  die
frühere  laute  Erklärung  desselben.  Unstreitig  ändert  auch  ein
bedächtiger,  gewissenhafter  Mann,  selb.i  wenn  schon  seine  inneren
  Ueberzeugungen  einigen  Stoß  gelitten,  nicht  sogleich  die
Farbe.  Ein  bedächtiger  Mann  kennt  Ebbe  und  Flut  seiner
innern  Ueberzeugungen,  und  handelt  niemals  nach  Augenblicken
  von  Ueberzeugung.  Ein  Mann  von  50  Jahren,  der
Amt  und  Ehre  und  Freunde  und  Vaterland  aufopfern  soll,
ist  bedächtiger,  als  er  selbst  weiß,  und  mag  nicht  bei  Besold,
wenn  er  so  Jahre  lang  das  Geheimniß  bei  sich  selbst  trug,
wenn  er  bald  Ankläger,  bald  Vertheidiger  hörte,  bald  diesen,
bald  jenen  länger  hörte,  mag  nicht  auch  bei  ihm  bald  ein
Stoß  gekommen  seyn,  der  der  lutherischen  Lehre  neu  günstig
war,  bald  wieder  ein  Stoß,  der  ihn  beinahe  nicht  zaudern
lieg,  sich  feierlich  für  die  katholische  Kirche  zu  erklären?

So  schwebte  Besold  drei,  vier  Jahre  lang  in  der  gefahr-*)

  Wie  aufmerksam  aber  doch  die  Tübingischen  Theologen,  und
zwar,  was  dießmal  der  Erfolg  bewies,  mit  Recht  waren!  1627
gab  Besold  seinen  Heraklit  heraus.  Gegen  diese  Schrift
predigke  man  öfentlich  auf  den  Kanzeln  zu  Tübingen.  Siehe
Rath  1.  c.  S.  22.