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vor  dem  Probinzial  der  strengeren  Franziskaner,  Wollgamt
Hoegner.  *)

Er  mag  fest  entschlossen  gewesen  seyn,  nun  nächstens  aud
öffentlich  seinen  Religionsüberkritt  zu  erklären,  er  mag  nur
erst  kleine  häusliche  Vorbereitungen  haben  machen  wollen,  und
Tübingen  desto  leichter  verlassen  zu  können,  und  nach  dem  benachbarten
  dstreichischen  Rottenburg  am  Neckar  zu  ziehen,  eir
mag  seine  Frau  allmählich  vorher  zu  einer  ähnlichen  Veraͤnderung
  haben  vorbereiten  wollen,  er  mag  gezaudert  haben,  wit:
er  in  Allem  zauderte,  wo  er  hanudeln  sollte,  er  mag  wohl  zu
diesem  letzten  Schritte  von  den  katholischen  Geistlichen  gar
nicht  mehr  gedrängt  worden  seyn,  sie  hatten  schon,  was  sie
wollten,  der  hbeimlich  katholische  Besold  konnte  sse  mehr  nützen,
  als  der  laut  erklärte  eifrig  karholische  Besold.  Unterdeß
brachen  auch  in  Wirtemberg  bald  kaiserliche,  bald  schwedische
Unruhen  aus,  die  Schweden  eroberten  Rottenburg,  wohin  er
sich  hatte  flüchten  wollen,  die  schwedische  Armee  triumphirte
zwei  Jahre  lang  in  Schwaben;  kein  weiser  Mann,  wie  vielleicht
  seine  katholische  Geistlichkeit  ihm  nun  sagte,  durfte  zu
solchen  Zeiten  sich  erklären.

Ist  es  aber  nicht  zum  Erstaunen,  wie  oft  selbst  gewissenbaste
  Menschen,  was  Besold  zuverläßig  war,  mit  ihrem  Gewissen
  pacisciren  können?  Vier  volle  Jahre  blieb  der  katholische
  Besold,  den  Protestantismus  heuchelnd,  Professor  der
Rechte  zu  Tübingen.  Vier  volle  Jahre  stahl  er  das  Brod
dem  Fürsten,  der  gewiß  keinen  katholischen  Professor  ernähren
wollte.  Vier  volle  Jahre  genoß  er,  noch  selbst  bei  den  wich-»)

  Daß  Besold  schon  den  1.  August  1630  feierlich  abgeschworen
habe,  fagt  nicht  allein  Rath  I.  c.  S.  22,  sondern  auch  Baron
von  Sprinzenstein  in  seiner  Relation  von  Besold's  letzten  Tagen
  und  Stunden,  S.  15.