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oft,  ohne  daß  er  es  selbst  wahrnimmt,  mehrere  Jahre  bindurch
  einen  Foud  von  Bitterkeit  und  Säure,  der  nach  dem
natuͤrlichen  Assimilations-Gesetze,  wie  sich  den  herrschenden
Notionen  unserer  Seele  Alles  anschließt,  alle  Kenntnisse  und
Empfindungen  desselben  unglaublich  durchsäuert.  Wie  anders
soll  man  sich  sonst  erklären,  was  Besold  that,  da  er  endlich
nicht  lange  nach  der  Nrdlinger  Schlacht  selbst  ab  dem  Ortt,
wo  er  nun  vierundzwanzig  Jahre  lang  als  protestantischer
Lehrer  der  Rechte  gestanden  war,  selbst  im  Kreise  aller  seiner
alten  Freunde,  dffentlich  als.  Apostat  auftrat?

Würde  je  sonst  ein  Mann  auch  nur  halb  feinen  Gefühls
feierlich  gegen  sein  Vaterland  aufgetreten  seyn,  zu  schaden,
was  er  zu  schaden  vermöchte?  Würde  je  sonst  ein  Mann
von  unverdorbener  Empfindung,  der  Besold  gewiß  war,  den
guten  Fürsten,  der  25  Jahre  lang  ihm  Brod  gab,  der  ibn
befördert,  mit  Zutrauen  beehrt,  als  wichrigsten  Rathgeber  gebraucht,
  gegen  alle  seine  Gegner  geschützt  hatte,  7)  der  ihn
nie  kränkte,  nie  zurücksetzte,  nie  undankbar  vergaß,  dem  guten
Färsten  den  Krieg  angekündigt  haben,  Alles  aufgeboten  haben,
ihm  ein  Drittheil  seines  Landes  zu  rauben?  Würde  je  ein
Mann  nicht  ganz  versteinerten  Herzens,  und  wie  nur  zu  weich
war  nicht  Besold's  Herg?  als  Zuschauer,  froher  und  thätiger
Zuschauer  stehen  geblieben  seyn,  wenn  nun  von  der  neuen
Partie,  zu  der  er  getreten,  seine  alten  Freunde  beraubr,  bülfund
  brodlos  gemacht,  in's  äußerste  Elend  gestürzt  wurden?

*)  Ein  recht  merkwürdiger  Fall  dieser  Art  ereignete  sich  1629.
Besold  schrieb  in  der  Klostersache  für  Wirtemberg.  Sein  Kollege
  Vidembach  enthüllte  Schwächen  und  Kniffe  feiner  Schrift.
Befold  brachte  es  dahin,  daß  Biedembach  auf  die  Festung  kam.
So  großes  Ansehen  und  so  unerschürterten  Kredit  hatte  damals
noch  Befold.