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ganze  Land.  Bald  mögen  wohl  aber  die  Jesuiten  gemerkt
haben,  daß  er  mehr  für  die  alten  Orden,  als  für  sie  sey,  *)
bald  mögen  es  die  übrigen  Landesregenten  beschwerlich  gefunden
  haben,  einen  Mann  sich  zur  Seite  gesetzt  zu  sehen,  der
redlich  und  uneigennützig  handelte,  der  eigensinnig  wie  ein
alter  Schulgelehrter  war,  und  am  Ende  noch  wohl  mit  Entdeckungen
  kam,  die  dem  östreichischen  Hause  früh  oder  spät
höchst  schädlich  seyn  mußten.

Gewiß.  war  es  denn  keine  belohnende  Beförderung,  baß
Besold.  von  diesem  Platze  binweg  nach  Ingolstadt  hin  auf
den  Pandekten-Katheder  versetzt  wurde,  daß  ein  Mann,  der
ganz  Wirtemberg  regieren  half,  der  sein  Vaterland  regieren
half,  auf  eine  Universität  hinausgeworfen  ward,  wo  er,  ein
alter  verdienter  Greis,  erst  neue  Lebensart,  neue  Sitten,  neue
Verhältnisse  gewöhnen  mußte,  wo  vielleicht  noch  Fremdlingshaß
  und  Kollegenneid  auf  ihn  warteten.

Fast  noch  volle  zwei  Jahre  stand  Besold  als  Professor
zu  Ingolstadt.  Bis  an's  Ende  seines  Lebens  war  er  unermüdet,
  die  Unmittelbarkeit  der  wirtembergischen  Klbster  zu  behaupten,
  unermüdet,  bald  neue  historische  Notizen  zu  geben,
bald  Rath  mirzutheilen,??)  so  wenig  ihm  auch  irgend  Jemand,
den  Pabst  ausgenommen,79#8)  für  seine  Sorgfalt,  das  un-*)

  Nach  Promulgirung  des  Restitutions-Edikts  entstand  zwlschen
den  Jesuiten  und  den  alten  Orden  ein  Streit  über  die  Beute.
Die  Jesuiten  wollten  sich  die  neu  eroberten  Klöster  vom  Kaiser
schenken  lassen;  Benediktiner,  Eistercienser  u.  d.  m.  Fprachen
ihre  alten  Klöster  an.
*#)  S.  Sattler  Geschichte  der  Herzoge  von  Wirtemberg,  Theil
VII.  S.  175.
*#)  Kurz  vor  seinem  Tode  bekam  er  noch  von  dem  Pabste  eine  Vokation
  nach  Bononien  und  ein  Erektanz=  Dekret  auf  die  Probstei
  Stuttgart.  «