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mochte.  Das  Fräulein  spielte  ihre  Rolle  so  vortrefflich,  und
that  trotz  Allem,  was  die  Hofleute  von  der  Gegenpartie
dem  verliebten  Herzog  Böses  von  ihr  erzählten,  so  spröde  und
tugendhaft,  daß  Eberhard  Ludwig  auf  den  Einfall  gerierh,
  von  seiner  Gemahlin  sich  zu  trennen,  das  Fräulein  sich
antrauen  zu  lassen,  und  sie  zur  Herzogin  zu  machen.

Da  aber  die  Negociationen,  die  man  deßhalb  zu  Wien
angefangen,  gar  nicht  gelingen  wollten,  da  alle  die  Hoffnungen,
  die  besonders  ein  gewieser  Kardinal  gab,  sichebar  immer
unwabrscheinlicher  wurden,  so  änderte  sich,  der  Plan  der  Partie.
  Man  suchte  nur  zu  Wien  cine  Standeserhöhung  des
Fräuleins,  und  im  vollen  Zutrauen  auf  das  schon?  so  oft
mißbrauchte  Beispiel  des.  Landgraf  Pbilipp  von.  Hessen  ließ
sich  der  Herzog,  dessen  Gemahlin  doch  zu  Sturtgart  selbst
lebte,  mit  der  nunmehrigen  Gräfin  von  Grävenitz  trauen.
Den  13.  November  1707  erging  ein  herzoglicher  Befehl  an
alle  Landeskollegien,  ihnen  diese  geschehene  Trauung  bekanur
zu  machen.

Entsetzliche  Bewegungen  entstanden  bieraus.  Der  Markgraf
  von  Durlach,  der  sich  in  der  Person  der  gebeugten  Herzogin
  höchst  gekränkt  fühlte,  setzte  den  kaiserlichen  Hof  in  Bewegung,
  und  der  Kaiser  gab  dem  Herzog  von  Wolfenbüttel

und  dem  Landgrafen  von  H.  ssen-Kassel  den  Auftrag,  die  Sache
zu  untersuchen  und  zu  vermitteln.  Da  aber  alle  Regociationen
  scheiterten,  da  die  Landsiände  nicht  Geld  genug  geben
wollten,  um  die  Gräfin  von  Grävenitz  abzufinden,  und  der
Herzog  so  verliebt  war,  daß  er  erklärte,  die  Separation  thue
ihm  so  wehe,  als  ob  man  ihm  die  Seele  vom  Leib  risse,  so
kam  endlich  ein  kaiserlicher  Vefehl  dazwischen,  sie  sollte  das
Land  räumen.

Sie  ging  wirklich  auch  1710  nach  der  Schweiz  ab,  kam
aber  schnell  wieder,  und  man  hatte  den  Ausweg  gefunden,  sie