an  einen  gewissen  Wuͤrben  so  zu  vermählen,  daß  sie  wenigstens
  dessen  Namen  führen  konnte.  Die  bisherige  Gräfiu
von  Grävenitz  verwawelte  sich  also  in  eine  Gräsin  Würben,
und  weil  man  letzterem  den  größten  Titel  ertheilte,  der  nach
der  dortigen  Verfassung  möglih  war,  den  Titel  eines  Land-Hofmeisters,
  so  war  sie  nun  die  Frau  Land-Hofmeisterin.

Vom  November  1710  an  bis  in  den  Juni  1751,  also
volle  zwanzig  Jahre  lang,  dauerte  die  verheerendste  Despotie
dieser  Maitresse.  Man  kann  bei  Poelnitz  in  seinen  Memoiren
und  in  der  bekannten  Apo  ogie  des  Herrn  von  Forstner  sehen,
wie  sie  den  Hof  und  das  ganze  Land  regiert  hat.

Ihre  Verabschiedung  im  Juni  4731  endlich  zu  bewirken,
vereinigten  sich  viele  Ums.ände,  worunter  wohl  keiner  der  geringsten
  war:  sie  war  schon  bei  50  Jahre  alt.  Herzog
Eberhard  Ludwig,  der  seinen  einzigen  Prinzen  unbeerbt  schon
allmählich  hinwegsterben  sah,  und  als  ein  Herr  von  56  Jahren
wohl  noch  Erben  von  seiner  Gemahlin  hoffen  zu  können
glaubte,  hatte  sich  also  gegen  die  Vorstellungen  König  Friedrich
  Wilhelms  von  Preußen,  der  im  August  1750  a.#n  wirtembergischen
  Hofe  gewesen  war,  sehr  geneigt  fenden  laisen.  Die
Gräfin  Würben  wurde  demnach  verabschieder,  aber  vorerst  doch
so,  daß  sie  ziemlich  zufrieden  seyn  mochte,  wenn  sie  mit  irgend
einem  Zustande  hätte  zufrieden  seyn  können,  in  dem  sie  nicht
mehr  ihre  alte  Despotengewalt  besaß.  Sie  pochte  also,  von
ibren  in  Wirtemberg  gelegenen  Gütern  aus,  dem  Herzog  auf
mannichfaltige  Weise,  und  vielleicht  hielt  man  auch  den  neuen
Zustand  am  Hofe  und  im  Lande  so  lange  nicht  für  gesicherr,
bis  man  der  Person  der  Gräfin  mehr  gesichert  sey  und  sie  in
einen  abhängi  zeren  Zustand  gesetzt  babe,  als  der  war,  in
dem  sie  auf  ihren  Gütern  lebte.  Sie  ward  also  den  14.  Oktober
  1731  in  der  Nachr  durch  ein  Kommando  Soldaten  von
ihrem  Gute  Freudenthal  hinweggeholt,  und  nach  Hohen-