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Urach  gebracht.  Hier  mußte  sie  sich  endlich  zu  Unterschreibung
des  Recesses  bequemen,  der  in  einer  der  folgenden  Nummern
dieses  Stuͤcks  sich  befindet,  und  über  den  sic  nachher  zu  Wien
so  gewaltige  Klage,  als  gegen  einen  abgedrungenen  Receß,  erhub.
  So  viel  zur  historischen  Erläutcrung  beider  nachfolgenden
Nummern,  die  selbst  voll  wichtiger  historischer  Nachrichten
find.

Ausföhrlichere  Geschichte  des  Verhältnisses  Eberhard
  Ludwig's  und  Wilhelminens  von  Gräveniß,
bis  zur  Erhebung  derselben  zur  Gräfin  von
Würben.

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—  —  —  Längst  aber  schon,  ehe  diese  traurige  Geschichte
angefangen,  die  so  große  Folgen  für  das  ganze  Land  hatte,
war  der  Herzog  seiner  Gemahlin  überdrüssig,  und  unstreitig
war  sie  auch  keine  Dame,  die  durch  Reize  des  Geistes  oder
der  Schönheit  einen  Mann  seiner  Art  fesseln  konnte.  Sie
war  schwach  und  langweilig,  eine  gute,  aber  trübselige  Frau;
über  all  dieses  noch  voll  Aberglauben,  Eigensinn  und  Eifersucht.
  Der  Herzog  hingegen  voll  Lust  und  Sinnlichkeir,  und.
bei  der  wenigen  Geisteskultur,  die  er  hatte,  oder  wohl  auch
nur  anzunehmen  vermochte,  aller  edleren  Vergnügungen  unfäbig.
  Waren's  nicht  Jagden  oder  Hofbälle  oder  andere  Dinge
dieser  Art,  so  legte  er  sich  auf  Nöscherei,  und  im  Cirkel  der
Damen  oder  Fräulein  bei  Hofe  fand  er  bald  diese,  bald  jene,
die  sich  durch  seine  kühnen  Galanterien  nicht  eben  beleidigt
glaubte.  Er  schien  übrigens  keincr'standbasten  Zuneigung  irgend
einer  Art  fähig  zu  sepn.  Auch  war  er  ein  eben  so  wenig  zärt-Spittler's
  sämmtliche  Werce.  XII.  Vd.  21