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licher,  als  treuer  Liebbaber;  ein  Prinz,  der  wohl  überhaupt
mebr  nur  aus  Lüsternheit  und  Langerweile,  als  aus  Temperament
  ausschweifte,  wie  denn,  so  viel  er  auch  Liebes-Intriguen
hatte,  nie  ein  natürlicher  Sohn  oder  eine  natürliche  Tochter
zum  Vorschein  kam.

Unterdeß  die  erfahreneren  Hofleute  sahen  wohl,  daß  er
gewiß  endlich,  wenigstens  auf  eine  geraume  Zeit  hin,  der
Sklave  einer  schlauen  Kokette  werden  müsse,  und  der  Hofmarschall,
  Johann  Friedrich  von  Stafforst,  der  damals
  der  Lieblings-Minister  war,  wollte  diese  Wahrnehmung,
die  besonders  auch  ihm  nicht  entgangen  zu  seyn  schien,  zur
höheren.  Minister-  Politik  nützen.

Der  Herzog  sollte  aus  seiner  Hand  erhalten,  was  er
sonst  früh  oder  spät  selbst  wählen  würde,  leicht  auch  am  Ende
so  wählen  konnte,  wie  Stafforst  nicht  wollte,  und  das  mecklenburgische
  Fräulein  Christine  Wilhelmine  von  Grävenitz,
  das  um  diese  Zeit  so  ziemlich  nur  auf  gut  Gluͤck
nach  Stuttgart  gekommen  war,  und  deren  eigene  Wünsche
mit  dem  Plane  des  Hofmarschalls  zusammemrafen,  bot  sich
von  selbst,  wie  ein  guter  Fund,  an.

Die  Ausländerin,  die  man  eben  so  leicht  wieder  verschwinden
  lassen  zu  können  glaubte,  als  sie  jetzt  eben  erschienen
war,  mochte  Stassorsten  weit  bequemer  scheinen,  als  jedes
einheimische  Fräulein,  deren  Familien-Zusammenhang  bald  beschwerlich
  werden  mußte,  und  ein  so  armes  Mädchen,  wie
Wilbelmine  von  Grävenitz  war,  konnte  auch  am  Ende  des
Spiels,  das  damals  nur  nach  der  Menge  anderer  ähnlichen
Fälle  berechnet  wurde,  höchstens  auf  die  Hand  eines  Offiziers
oder  Kammerherrn  Anspruch  machen.

Auch  keine  der  Damen,  die  es  damals  unerträglich  fanden,
  daß  der  Herzog  gerade  der  Frau  von  Geyling  den  Hof
machte,  war  der  ersten  Erscheinung  des  fremden  Fräuleins