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entgegen.  Jede  war  froh,  wenn  nur  die  stolze  Frau  von  Geyling
  eine  Nebenbuͤhlerin  fand,  und  desto  froher,  je  äimselizer
die  glückliche  Nebenbuhlerin  war.  Auch  war  in  der  That
Wilhelminens  erste  Erscheinung  so  dürstig,  daß  manche  der
Damen  gnädig  und  huldvoll  —  die  Beschötzerin  machen  konnte.
Man  lieh  ihr  Kleider,  um  im  Publikum  erscheinen  zu  könnein

Es  war  überhaupt  ein  seltsames  Schicksal,  das  diese  schone
Mecklenburgerin  zuerst  nach  Schwaben  brachte.

Unter  den  holländischen  Truppen,  die  der  Herzog  von
Maorlborough  1704  nach  Bayern  geführt  hatte,  und  die  zum
Theil  den  entscheidenden  Tag  bei  Hochstett  verberrlichen  gebolfen,
  waren  auch  mecklenburgische  Regimenter  gewesen,  und
namentlich  bei  dem  Leibregimente  Schwerin  war  Friedrich
Wilhelm  von  Grävenitz;  erst  als  Kapitän  und  hiercuf
als  Oberstwachtmeister,  gestanden.  Ein  feiner,  schöner,  junger
Mann,  der  aber  leichter  durch  eine  gute  Heirath,  als  durch
große  Heldenthaten  sein  Glück  machen  zu  können  schien.
In  seinem  Grafen-Diplom  wird  zwar  gerühmt,  welche  Tapferkeit
  er  bei  der  Eroberung  von  Kaiserswerth,)  Venlo,
Rüremonde  und  Lüttich  5#6)  bewiesen;  in  allweg  muß
er  also  doch  wohl  auch  mit  bei  diesen  Geschichten  gewesen
seyn.  Kaum  war  er  damals  vier  und  zwanzig  Jahre  alt;
und  schon  zum  zweiten  Male  Wittwer.

Zu  Rothenburg  am  Reckar,  wo  er  eine  Zeit  lang  im
Zuartier  gelegen,  lernte  er  ein  Fräulein  von  Stuben  kennen,
  in  die  er  ssch  verliebte,  und  die  er  auf  gut  Glöck  zur
Frau  nahm.  ##)  Dieß  gab  Bekanntschaft  mit  einer  gewissen
Frau  von  Rüth,  die  ein  Gut  in  der  Nähe  hatte,  und  ehes

2)  1702  15.  Juni.
vo)  4702  22.  September,  7.  Obktober,  23.  Oktober.
0)  1704.