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dem  selbst  eine  Zeit  lang  die  Geliebte  oder  Kupplerin  Herzog
Eberhard  Ludwig's  gewesen,  wohl  daher  auch  Rath  wußte,
wie  man  gegenwaͤrtig  am  wirtembergischen  Hofe  sein  Gluͤck
machen  koͤnne.  Gewiß,  fuͤr  Herrn  v.  Graͤvenitz  in  seinen  damaligen
  Umständen  eine  höchst  schätzbare  Freundin.  Er  hatte
nämlich  bald  nach  seiner  neuen  Heirath  die  Kriegsdienste  verlassen,
  und  ob  er  schon  auf  Empfehlung  der  Herzogin  von
Mecklenburg-Güstrow  wirtembergischer  Kammerjunker  geworden
  war,  so  ließ  sich  doch  vom  Kammerjunker  nicht  leben.  )

Frau  von  Ruth  machte  also  allerlei  Anschläge  und  Plane,
wie  der  arme  junge  Edelmann,  der  weder  große  Kenmnisse,
noch  ausgezeichneten  Verstand  hatte,  aber  wohl  von  beiden
gepug  hatte,  um  Hofglück  zu  machen,  in  kurzer  Zeit  am  wirtembergischen
  Hofe  bedeutend  werden  könne.  Das  Sicherste
von  allen  schien  zu  seyn:  Herr  von  Grävenitz  sollte  seine  älteste
Schwester  Wilhelmine,  die  damals  noch  in  Mecklenburg  gewesen,
  ungesäumt  kommen  lassen.  Wenn  nicht  Alles  trügte,
was  der  Bruder  von  ihr  sagte,  so  war  dieß  eine  wahre  Lockspeise
  für  den  lüsternen  Hergog.

Das  Projekt  ward  daher  eben  so  schnell  angenommen,
als  entworsen;  Wilhelmine  erschien  4706  zu  Stuttgart.  Was
haͤtte  auch  ein  solcher  Glücksritter  Bedenken  tragen  sollen,  seine
Schwester,  die  ohnedieß  in  Mecklenburg  wenig  Aussichten  haben
mochte,  auf  Spekulation  zu  verschreiben?  Jene  großen  Entwicklungen,
  die  nachher  erfolgt  sind,  konnte  man  ohnehin  nie

"*)  In  dieser  ganzen  Erzählung  ist  neben  vielen  andern  Nachrichten
ein  im  Archiv  befindlicher  kleiner  Aufsatz  zum  Grund  gelegt,
der  den  bekannten  Abbe  de  Berzga  zum  Verfasser  hat,  und  desto
glaubwürdiger  ist,  da  er  nicht  nur  mit  andern  authentischen
Nachrichten  gut  zusammenstimmt,  sondern  auch  alle  Kennzeichen
einer  bloßen  Prlpatauszeichnung  zur  eigenen  Erinnerung  trägt.