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die  wirklich  mit  jedem  Tage  hoͤher  stieg,  schien  ein  kleines
politisches  Familienspiel  zu  seyn,  das  zwischen  Herrn  und  Frau
von  Stafforst  und  Fräulein  Wilhelmine  getrieben  wurde.
Vor  allen  auch  der  damalige  Oberraths-Vice-Präsident,  Herr
von  Reischach  und  seine  Frau,  und  welche  Herren  und  Damen
sonst  noch  —  thaten  das  Ihrige  mit  dazu.  Eine  Liebes-Aventüre
dieser  Art  ist  eine  gar  große  Weltgeschichte  an  einem  solchen
Hofe;  Jeder  will  durch  schlaue,  frühe  Theilnehmung  sein
Glück  bauen.

An  das  Schicksal  der  armen  Herzogin  dachte  dabei  fast
Niemand.  Freilich  nahm  auch  sie  selbst  sich  so  unklug,  daß
ihr  schwer  zu  rathen  seyn  mochte.  Sie  bemerkte,  was  sie  nie
hütte  sehen  sollen,  selbst  wenn  es  unter  ihren  Augen  vorging.
Sie  war  unfreundlich,  um  ihren  Gemahl  sein.  Unrecht  fühlen
zu  lassen,  und  wie  auch  Unfreundlichkeit  nichts  helfen  wollte,
schrieb  sie  große  Klagen  an  den  Vater  nach  Durlach.

Endlich  ließ  der  Herzog  seiner  Geliebten  eine  eigene  Wohnung
  im  Jägerhause  einrichten.  Man  machte  ihn  eifersüchtig,
und  ein  Prinz  war's,  der  ihm  in  den  Weg  zu  treten  schien;
dieß  that  treffliche  Dienste.  So  schien  auch  der  Herzog  seiner
Geliebten,  die  es  ohnedieß  an  künstlich  berechnetem,  immer  neu
reizendem,  Widerstande  nicht  fehlen  ließ,  recht  viel  schuldig  zu
werden,  wenn  sie  endlich  sich  ergeben  sollte.  Denn  die  großen
.  Hoffnungen,  die  sie  aufopfern  mußte,  und  —  ach!  allein  nur
aus  Liebe  zu  ihm,  aufopfern  wollte  —  mußten  vergütet  werden.

Noch  ahnte  aber  doch  Niemand,  welchen  hohen  Preis  sie
setze,  oder  welche  Mane  zwischen  Frau  von  Ruth  und  dem
Kammerjunker  von  Grävenitz  verabredet  seyen,  und  die  letzte
Entwickelung  überraschte  manche  von  denen  am  meisten,  die,
wie  Herr  und  Frau  von  Stafforst,  tief  im  Gehei  nisse  zu
seyn  geglaube  hatten.  Der  Klubb  betrug  sich  unter  cinander,
wie  es  gewoͤhulich  in  Bündnissen  dieser  Art  zu  seyn  pflegt.