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Auch  hatten  wohl  Herr  und  Frau  von  Stafforst  und  so
auch  Andere,  die  beim  Ende  des  Spiels  vor  Erstaunen  ihren
eigenen  Sinnen  nicht  trauen  wollten,  offenbar  nicht  hiureichend
  berechnet,  wie  sehr.  Wilhelmine  von  Graͤvenitz  bei  ihnen
selbst  in  der  Lehre  zugenommen  habe.  Noch  waren  sie  aufmerksam
  genug,  wahrzunehmen,  wie  Habsucht  und  grenzenloser
  Stolz,  die  stets  die  Hauptzüge  dieses  hochst  verdorbenen
weiblichen  Charakters  blieben,  schnell  sich  zu  entwickeln  anfingen,
  und  —  was  jedem  nahe  siehenden  Beobachter  kaum
bätte  entgehen  sollen  —  mit  welchem  Muthwillen  oder  Bosheit
  der  Fürst  von  Zollern  sein  Jwischenspiel  treibe.

Unstreitig  hat  aber  wohl  dieser  zur  letzten  Krise  am  meisten
  mitgewirkt.

Er  war  Vertrauter  des  Herzogs  und  alfer  Freund  der
Frau  von  Ruth.  Ein  Witzling  der  schädlichsien  Art,  der  Lust
nur  am  Verwirren  fand,  und  mit  Allem,  was  heilig  war,
seinen  Scherz  trieb.  Auch  verstand  es  leider  Niemand  gleich
ihm,  wie  man  die  Leidenschaft  reizen,  und  welche  Ueberraschung
  man  brauchen  müsse,  um  den  Herzog,  der  sonst  für
sich  sehr  furchtsum  war,  und  dessen  ganze  Schwachheir  er
konnte,  zu  den  entscheidendsten  Schritten  zu  bewegen.  In  die
lehten  Tage  des  Monats  Julius  1707  fiel  die  unglückliche
Epoche.  *)

Damals  hatte  sich  das  Fräulein  von  Grävenitz,  weil  die
Franzosen  ganz  Wirtemberg  überschwemmt  und  der  Marschall

*)  So  findet  sich  die  Zeit  bestimmt  in  Briefen  des  damaligen  Oberraths
  Maskowslp,  der  gerade  in  dieser  Periode  fast  beständig
um  den  Herzog  gewesen  war.  Der  Herzog  selbst  gab  in  der
ersten  Erklärung  an  seine  Geheimen  Räthe  den  Feitpunkt  der
Trauung  aus  mancherlei  Gründen,  die  er  haben  mochte,  höchst
wahrscheinlich  unrichtig  an.  Sie  follte,  seinem  Sagen  nach,  vor
dem  November  des  Jahres  4706  geschehen  sepn.