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Bald  sollte  es  uur  eine  Geschichte  werden,  wie  es  bei
Kurfuͤrst  Karl  Ludwig  von  der  Vfal-  mit  Luise  von  Degeufeld
  gewesen  sey.

Auch  was  Landgraf  Philipp  von  Hessen  gethan  habe,
erzaͤhlte  man  dem  Herzog  —  zum  Beweis,  was  alles  ein
protestantischer  Reichsfürst  in  Ehesachen  thun  könne,  und  daß
überhaupt  die  evangelischen  Fürsten  in  Ehesachen  keinen  Richter
  hätten,  war  am  Ende  das  Hauptgeheimniß,  womit  man
Alles  gut  zu  machen  hoffte.

Es  ist  lustig  und  traurig,  zu  sehen,  wie  sich  die  Hofmäkler
  ihre  Nachrichten  zusammen  zu  holen  und  zusammen  zu
setzen  pflegen:  womit  sie  Alles,  was  einmal  der  Regent,  oft
durch  sie  verführt,  gethan  hatte,  rein  und  recht  deuten  wolleu-Gemöhnlich'
  wird  bei  den  Entdeckungen,  womit  sie  sich  brüsten,
immer  ein  Hauptumstand  vergessen,  wie  denn  auch  hier  die
Herren  neben  manchem  Andern,  was  sie  nicht  hätten  vergessen
sollen,  schon  dieses  nicht  behalten  zu  haben  schienen,  daß  doch
Niemand  in  seiner  eigenen  Sache  sein  Richter  seyn  könne.

Gleich  nach  geschehener  Trauung  unternahm  der  Herzog
mit  seiner  Geliebten  eine  kleine  Reise  in's  Schlangenbad,  und
nun  erst,  mehr  als  vier  Monate  späterhin,  nachdem  der  ganze
Vorfall  schon  durch  viele  Stadt=  und  Landsagen  gelaufen,  erklärte
  er  zum  ersten  Male  den  Geheimen  Räthen,  was  gescheben
sey.  Selbst  nach  Wien  schickte  er  erst  ungefähr  zehn  Wochen
nach  der  Trauung  einen  Negociateur,  um  das  Fräulein  Wilbelmine
  in  eine  Gräfin  umschaffen  zu  lassen,  )  und  wahrscheinlich
  hatte  er  den  Erfolg  dieser  Negociation  abwarten
wollen,  ehe  er  zu  irgend  einer  Deklaration  schreite.  Bei  ctwas
ruhiger  Ueberlegung  hätte  man  überhaupt  fragen  können:  wozu
öffentliche  Deklaration  irgend  einer  Art?

S.  bie  Driginal-Akten  in  Moser's  patriot.  Archiv,  Bd.  IX.  S.  131.