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bergischen  Dienste  zu  vertaffen  als  das  gewünschte  Diplom
zu  Wien  zu  negociren.  Es  schien  ihm  gar  zu  seltsam  zu  seyn,
—  was  er  seinem  Herrn  auch  nicht  verheblte  —  die  schönen
Bigamie-Nachrichten  dem  kaiserlichen  Hofe  selbst  hinterbringen
lossen  zu  wollen.  Wie  also  manche  andere  Entschuldigung  nichts
helsen  wollte,  so  sprach  er  von  seinen  Glieberschmerzen,  die  es
ihm  unmöglich  machten;  eine  so  weite  Reise  zu  unternebmen.

Kaum  waren  nun  endlich  auch  die  Geheimen  Räthe  augekommen,
  so  ließ  sie  der  Herzog  sogleich  zu  sich  rufen:

„Er  habe  schon  vor  mehr  denn  einem  Jahr“  —  fing  er
geradezu  an  —  „mit  dem  Fräulein  von  Grävenitz  durch  priesterliche
  Einsegnung  sich  trauen  lassen.  Jetzt  sey  er  entschlossen
das  längst  Geschehene  öffentlich  bekannt  zu  machen:  Die  Publikation
  sey  nun  desto  nothwendiger  und  billiger,  da  die  von
Grävenitz  nächstens  vom  Kaiser  in  den  Grafenstand  würde  erboben
  werden,  und  bei  Hofe  als  Gräfin  von  Urach  deklarirt
werden  sollte.  Was  er  in  dieser  Sache  bisher  gethan  habe,
babe  er  bloß  für  sich  gethan,  ohne  irgend  einen  seiner  Diener
um  Rath  zu  fragen;  Alles  sey  mit  Gott  und  seinem  Gewissen
überlegt,  und  er  finde  hinreichende  Ursachen,  warum  er  so  verfahren
  könne.  Die  Herzogin  sollte  übrigens  auch  künftighin
als  Fürstin,  ihrem  Stande  gemäß,  mit  allem  Respekt  bebandelt
  werden,  und  ihren  fürstlichen  Unterhalt  auch  künftighin,
wie  bisber,  genießen.  Gutachten  oder  Rath  verlange  er  demnach
  auch  gegenwärtig  von  ihnen,  als  seinen  Geheimen  Rätben,
gar  nicht.  Was  er  erwarten  zu  dürfen  glaube,  sey  bloß  dieses,
  daß  keiner  seiner  Diener  widrig  von  dieser  Sache  urtheile,
sondern  aus  allen  Kräften  dieselbe  zu  vertheidigen  suchen  werde.
Und  nichts  Anderes  sey  daber  auch  jetzt  übrig,  als  die  nöthigen
  Notifikationen  an  den  Gesandten  zu  Regensburg  und  im
Haag,  wie  auch  besonders  an  den  Fürst  Vischof  von  Konstanz,
zu  besorgen.“