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„Bei  Hof  sey  die  Sache  schon  publicirt  worden,  nur  also
noch  an  die  Kollegien  das  Nöthige  zu  erlassen.  Und  wenn
die  Geheimen  Räthe  nach  Stuttgart  zurückkämen,  sollten
sie  sogleich  selbst,  sowohl  der  Herzogin  Mutter,  als  der
Gemahlin  des  Herzogs,  die  Nachricht  überbringen.“

Gewiß,  wenn  auch  die  Geheimen  Räthe  ungefähr  schon
vorher  gerußt  haben  mögen,  zu  welchem  schönen  Vortrage
der  Herzog  sie  rufen  lassen,  und  mancher  von  ihnen  vielleicht
auch  voraussah,  daß  die  Formeln  des  Vortrags  desto  bestimmter
  lauten  werden,  je  schlechter  die  Sache  selbst  sey,  so  war
doch  gewiß  keiner,  der  nicht  hoch  er  Kaunte,  wie  er  vernahm,
daß  der  Herzog  diesen  ganzen  Handel  mit  Gott  und  sei,
nem  Gewissen  überlegt  zu  haben  vorgab.

Daß  die  Trauung  schon  vor  Jahr  und  Tag  gewesen
seyn  sollte,  ob  sie  schon  kaum  erst  vor  vier  Monaten  geschehen,
war  eine  der  Unwahrheiten,  die  in  solchen  Fällen  ganz  gewöhnlich
  sind,  wo  der  Uebertreter  selbst  der  Zeit  allein  schon
eine  gewisse  Entfündigungskraft  zutraut.  Auch  war  leicht  zu
errathen,  warum  die  Mäkler,  die  dem  Herzog  seine  Oration
gemacht  haben  moͤgen,  ihn  so  nachdrücklich  sagen  ließen,  daß
er  Alles  bloß  für  sich  gethan  babe,  ohne  irgend  einen  seiner
Diener  und  Räthe  zu  fragen,  und  die  Zumn#’ong,  daß  jeder
Diener  das  einmal  Geschehene  aus  allen  Kräften  vertheidigen
müsse,  war  mehr  nur  durch  ihre  Offenherzigkeit,  als  durch
ihren  Inhalt  merkwürdig.  Aber  mehr  als  alles  dieses  mußte
auffallend  seyn,  daß  sogleich  den  Gesandten  officielle  Nachricht
von  dieser  hochfürstlichen  Bigamie  gegeben,  und  wie  an  alle
Kollegien  so  auch  an  das  Consistorium  eine  feierliche  Bekanntmachung
  erlassen  werden  sollte.  Keihe  Einrede  half,  keine
Modifikation  wurde  zugegeben,  die  nöthigen  Erpeditionen
mußten  sogleich  besorgt  werden,  und  in  allen  Ausfertigungen
  hieß  es,  daß  Wilhelmine  von  Grävenitz  bereits