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Unterdeß  griff  aber  doch  die  Faktion  immer  kecker  um
sich,  und  was  irgend  weibliche  Eitelkeit  oder  Stolz  und  Raubgier
  der  Glücksritterin  eingaben,  sollte  sogleich  realisirt  werden.?)

Man  sollte  sie  selbst  in  öffentlichen  Ausfertigungen  Gemahlin
  des  Herzogs  neunen,  um  so  viel  möglich  auch
im  urkundlichen  Sprachgebrauche  jeden  Unterschied  zwischen
ihr  und  der  Herzogin  verschwinden  zu  lassen.  Wie  konnte  es
auch  anders  sehn,  da  bald  der  Befehl  erging,  daß  die  Gräfin,
wie  die  Herzogin  selbst,  zwei  besonders  besoldete  Hofdamen
haben  sollte  ?  **)

Ueberdieß  wollte  sie  nicht  Gräfin  von  Gräbenitz,  sondern
Gräfin  von  Urach  heißen,  obschon  das  kaiserliche  Diplom
bloß  jenen  Namen  ihr  beilegte.  Denn  das  Verschwinden  des
alten  Familiennamens  schien  zu  den  Erfordernissen  einer  wahren
Gemahlin  zu  gehhren,  und  der  Uebergang  zur  Herzogin
Durchlaucht,  den  man  doch  nie  aus  den  Augen  verlor,
schien  der  Gräfin  von  Urach  weit  leichter,  als  der  Gräfin  von
Grävenitz  zu  seyn.  Auch  war  damit,  wie  es  hieß,  für  die
künftigen  jungen  Grafen  und  Gräfinnen  besser  gesorgt.  Deun
Grävenitze  konnten  sie  wohl  nicht  heißen,  und  mußten  doch
durch  einen  gemeinschafflichen  Namen  mit  ihrer  Mutter  verbunden
  seyn.

Warum  sollte  man  endlich  auch  die  schöne  Hoffnung,
daß  sich  vielleicht  zu  Gunsten  der  Mutter  oder  der  Kinder
die  alte  Grafschaft  Urach  wieder  zusammen  erbeuten  lasse,

*)  Schon  den  26.  Dezember  1707  kam  ein  VBefehl  des  Herzogs
von  Waldenbuch,  man  sollte  ihm  die  Hausjuwelen  und  Stamm-Kleinodien
  schicken,  er  habe  sie  schon  lange  nicht  gesehen.

22.  Januar  4708.  Befehl  des  Herzogs  an  das  Geheime
Raths-Collegium,  der  Gräfin  einen  Donationsbrief  wegen  des
Dorfes  Höpfigheim  auszufertigen.

va)  Herzogl.  Dekret  d.  d.  Waldenbuch,  1.  Dec.  1707.

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