Eltern  Antwort  zu  haben,  konnte  nnmoͤglich  zum  Frieden
fuͤhren.

Der  Hauptknoten  war  aber  und  blieb  immer,  ob  die
Gräfin  sogleich  bei  der  Aussöhnung  des  Herzogs  mit  seiner
Gemahlin  entfernt,  und  welche  Konvenienzen  ihr  gewacht  werden
  sollten.  Noch  den  2.  Mai  kam  von  Tübingen  ein  Reseript
  des  Herzogs  an  die  Geheimen  Räthe,  daß,  wenn  der
wolfenbüttel'sche  und  hessenkassel'sche  Gesandte  wegen  der  Aussöbnung
  mit  der  Herzogin  mit  ihnen  reden  wollten,  sie  in
allweg  zwar  dieselben  anhören,  aber  keiner  von  ihnen,  bei
Verlust  des  Kopfes,  zu  Abandonnirung  der  Gräfin  zu
rathen,  oder  auch  nur  Vorschläge  solcher  Art  dem  Herzoge
vorzutragen  sich  unterstehen  sollte.

Ueber  Nacht  kam  zwar  die  Besinnung,  und  gleich  den  Tag
darauf  erging  das  zweite  Reseript:  die  Geheimen  Räthe  sollten
das  vom  gestrigen  Tage  nicht  produciren,  und  Alles,  was  die
Gesandten  vorzutragen  hätten,  bloß  ad  referendum  nehmen.

Es  läßt  sich  leicht  denken,  was  jene  als  Männer  von
Ehre  bei  einer  Behandlung  dieser  Art  fühlen  mußten,  und
die  Frage,  um  wessen  willen  das  alles  geschehe,  mochte  man
sich  gar  nicht  aufwerfen.

«  Auch  lautete  die  Antwort,  die  der  Herzog  auf  ihre  Vorstellungen
  ertheilte,  wenn  nicht  noch  härter,  doch  gewiß  noch
wegwerfender,  als  selbst  die  erste  Drohung  und  das  erstgemeldte
  Verbot;  und  die  neue,  im  Kabinete  des  Herzogs  nun
herrschend  gewordene  Partie,  von  deren  Inspiration  das  alles
berkam,  verrieth  auch  darin  den  Charakter  der  neuen,  unwissenden
  Faktion,  daß,  was  sie  an  Gründen  und  Formen  nicht  anzugeben
  vermochte,  durch  wilden  groben  Ton  ersetzt  werden  sollte.

„So  gut  ein  kommandirender  General“  —  ließen  sie
den  Herzog  dem  Gcheimenraths-Collegium  erklären  —  „cseinen
  untergebenen  Gencralen,  die  nicht  seine  Diener  und  oft