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eines  Verliebten,  daß.  ihm  durch  die  Entsernung  der  Gräßin  nicht
anders  geschehe,  als  wenn  man  ihm  die  Seele  vom  Leibe  risse.

Man  zog  sich  auch  auf=  und  abschlagend,  wie  viel  die
Gräfin  haben  sollte,  mehrere  Wochen  bin  und  her,  bis  endlich
  ein  neuer  Stoß  kam,  und  dieser  Stoß  zuletzt  noch  so
wirkte,  wie  gewöhnlich  nach  langem  Hin=  und  Hertreiben  eine
neue,  unerwartete  Nachricht  zu  wirken  pflegt.  Mit  einem
Male  verbreitete  sich  nämlich  die  Sage,  daß  neue  Klagen  gegen
  den  Herzog,  sowohl  von  seiner  Gemahlin,  als  vom  durlach'schen
  Hofe  und  von  den  Landständen  erhoben  worden
sepen,  man  spreche  von  Vergistung  und  Ermordung  der  Herzogin;
  auch  sey  deßhalb  bercits  eine  neue  Kommission  vom
kaiserlichen  Hofe  erkannt  worden.

Dieß  war  alles  größtentheils  Mißverständniß.  Die  Kommissarien
  mochten  von  ihrem  ersten  gehabten  Auftrage  Relation
  erstattet  haben.  Darauf  war  wahrscheiülich  eine  kaiserliche
  Resolution  erfolgt,  deren  Vollziehung  den  Kommissarien
wieder  aufgetragen  worden,  und  vielleicht  stand  etwa  auch  ein
Wink  darin,  ob  es  denn  wirklich  wahr  sey,  daß  man  der
Herzogin  nach  dem  Leben  stehe?  So  erklärten  es  wenigstens
die  Geheimen  Räthe,  wie  der  Herzog  voll  Angst  und  Erbitterung
  ihr  Gutachten  darüber  verlangte.

Allein  neues  Leben  kam  damit  doch  in  die  Entfernungs-Traktaten,
  und  man  schaffte  Geld  herbei,  so  viel  sich  in  der
Schnelle  thun  ließ;  selbst  50,000  fl.  Kammerschreiberei-Kapitalien,
  die  zum  unveräußerlichen  Familien-Fidei-Kommiß  gebörten,
  Kwurden  aufgeopfert.  Die  Gräfin  verlieg  auch  endlich
das  Land,  und  der  Herzog  begleitete  sie  nach  Genf.  Kaum
war  er  wieder  zurück,  so  eilte  er  auf's  Neue  zu  ihr  und  ließ
sie  nach  Bern  kommen.  Eine  wahre  völlige  Trennung  schien
so  unmöglich,  als  eine  wahre  völlige  Aussöhnung  mit  der
Herzogin.  Selbst  die  geschaͤrftesten  kaiserlichen  Befehle,  die