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daß  weder  die  Kassiere,  noch  die  Kasse-Direktoren  durch  willkürliches,
  kurz  dauerndes  Ausleihen  auf  ihren  Kredit  und  ihre
Gefahr  hin,  Procente  für  sich  machen  sollten.  Man  wollte
durchaus  nichts  hinweggeliehen  wissen,  auch  nichts  zum  eigenen
  vermeinten  Besten  der  Kasse  selbst,  nicht  um  Finanzprojekte
  zu  treiben,  die  sich  am  Ende  wohl  belohnen  würden,
nicht  um  das  müßig  liegende  Geld  in  Bewegung  zu  setzen.

Diese  Strenge  des  Verbots  war  sehr  weise.  Die  ständischen
  Kasse-Direktoren  sollten  keine  Finanzirer  seyn,  und  das
Geld,  das  die  guten  Unterthanen  des  Landes  zusammenschossen,
um  die  übernommenen  Schulden  baldmdglich  getilgt  zu  sehen,
wollte  man  nicht  der  Spekulations-Lustigkeit  einiger  Männer
preis  geben.  Je  einfacher  das  ganze  Institut  blieb,  je  schneller
schien  man  zu  dem  Ziele  kommen  zu  können,  das  doch  aller
guten  Wünsche  letztes  Ziel  war,  bald  die  ganze  Kasse  wieder.
aufhören  zu  sehen.  Vielleicht  wohl  schon  in  zwanzig,  dreißig
Jahren.  So  mochten  nämlich  die  wohl  hoffen,  die  nicht  wußten,
  welch  ein  Geheimniß  der  Unsterblichkeit  die  ständischen
Schulden-Zahlungskassen  haben.

Doch  wenn  sich  nicht  ganz  außerordentliche  Fälle  zutrugen,
  so  mochte  vielleicht  diese  Kasse  glücklich  eine  Ausnahme
machen,  denn  die  Kasse-Direktoren  hatten  so  gebundene  Hände,
daß  es  wenigstens  ihre  Schuld  nicht  zu  seyn  schien,  wenn  die
„Hoffnungen  getäuscht  wurden.  So  wenig  sie  von  dem  Schulden-Zahlungsfond
  entfremden  durften,  so  wenig  durften  sie
auch  neue  oder  erhöhtere  Taxen  ausschreiben,  als  der  allgemeine
  Konvent  verwilligt  hatte,  und  nur  im  äußersten  Nothfalle,
  der  gedenkbar  war,  wenn  die  ganze  Baarschaft  der
Schulden-Zahlungskasse  nicht  hinreichen  sollte,  dringende  Ausgaben
  zu  befriedigen,  deren  Verpflichtung,  auch  ohne
vorhergehenden  Konsens  der  Stände,  nicht  be-