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politische  Einrichtungen  zu  machen  genbthigt  war,  nie  mehr
ein  Collegium  von  irgend  einiger  Bedeutung  und  Größe  auf
Einstimmigkeit  der  Meinungen  organisirt  wurde.

Bald  stocken  die  Geschäfte  eines  solchen  Korps,  weil  diese
Einstimmigkeit  nicht  erhalten  werden  kann.  Bald  sucht  man
zwischen  Recht  und  Unrecht  einen  Mittelweg  auszusinnen,  wo
doch  kein  Miktelweg  gesunden  werden  kann,  ohne  daß  man
der  Wahrheit  und  Pflicht  ihre  feineren  Rechte  abkapitulirt.
Bald  sind  wohl  auch  die  edleren  und  besseren  Mitglieder  des
Korps,  der  Eintracht  und  dem  Frieden  zum  Besten,  oft  endlich
  gendthigt  nachzugeben.  Entweder  ist  also  ein  Collegium
dieser  Art  in  steten  Fieberbewegungen  oder  im  steten  Opiums-Genusse.
  Gunz  anders  aber,  wo  Jeder  bis  zum  letzten  Momente
  des  Alles  endigenden  Kollegialschlusses  immer  mehr  auf
Entwickelung  seiner  Meinungen  sinnt,  und  zuletzt  mehr  als
gefangen,  denn  als  matt  und  friedfertig  sich  ergibt.

Dieß  alles  fließt  aus  allgemeinen  Begriffen  und  Erfahrungen,
  die  die  Geschichte  sonst  schon  mannichfaltig  genug
kennt.  Sie  braucht  also  nicht  bier  die  Aeugsilichkeit  zu  beur
  kunden,  die  die  Intuition  einer  solchen  Einrichtung  jedem
  politischen  Spekulanten  erregen  muß.  Sie,  die  ohnedieß
in  kein  Kollegiendunkel  eindringt,  und  die  Lehre  von  den
politischen  Krankheiten  nur  nach  trüglichen  äußeren  Phaͤnomenen
  treibt,  sie  mag  der  Seltenheit  des  Falles  sich  freuen,  wenn
wenigstens  doch  diesem  Korps  eine  solche  Einrichtung  nie
nachtheilig  war.  Vielleicht  konnten  hier  auch  die  Verhältnisse,
in  denen  der  enge  Ausschuß  mit  dem  größeren  stand,  leicht
einigen  Ersatz  geben.

Doch  dieß  war  auch  nicht  die  einzige  schwache  Seite,  die
das  neu  errichtete  Collegium  der  acht  Männer,  verglichen  mit
den  gewöhnlichen  landesherrlichen  Kollegien,  zu  haben  schien.