88

selbst  das  kleine  Comité  beugen  mußte.  Da  es  nämlich  auch
ihnen  mit  aufgetragen  war,  zu  sorgen  und  zu  wachen,  daß
alles  Geld,  was  von  den  neuen  Steuern  eingehe,  als  Schulden-Zahlungsfond
  gebraucht  werde,  so  hatten  sie  unstreitig  das
Recht,  auch  den  Kassenbestand  zu  untersuchen,  die  Verwendung
  der  Gelder,  die  seit  ihrer  letzten  Zusammenkunft  geschehen
  war,  zu  revidiren,  und  den  ganzen  Haushalt,  den  die
Herren  des  kleinen  Comité  führten,  zur  Prüfung  zu  nehmen.

Doch  so  scheint's  wohl.  Aber  man  vergesse  nicht,  daß
auch  das  kleine  Comité  zur  großen  Deputation  gehdrte,  und
gerade  die  Hälfte  derselben  besetzt  hielt.  Man  vergesse  nicht,
daß  die  Herren  vom  Zuschusse  nicht  anders  berathschlagen
und  Schlüsse  fassen  konnten,  als  in  den  Konventen  der  großen
  Deputation,  und  daß  doch  Jeder,  der  zum  Zuschusse  gehörte,
  gerne  so  verdient  sich  machen  wollte,  um  einst  noch
vermöge  der  freien  Wahl  der  Comité-Herren  selbst  auch  hinein
in's  Heiligthum  zu  gelangen.  So  lange  man  bloß  zum  JZuschuß
  gehörte,  saß  man  noch  im  Vorhof  der  Heiden.

Wozu  denn  also  das  ganze  Institut  des  Zuschusses  7  oder
wozu  die  ganze  große  Deputation?  Immerhin  noch  zu  vielerlei
  guten  Dingen,  ob  sie  schon  weit  nicht  von  der  Wichtigkeit
  war,  als  das  kleine  Comitc.

Wenn  die  Comité-Herren  selbst  unrer  einander  uneinig
wurden,  so  mochte  man  die  vom  Juschusse  rufen,  ob  sich  nicht
durch  Hülsfe  derselben  eine  neue  entscheidende  Meinung  bilde.
Wenn  man  Berathschlagungen  vorhatte,  wo  man  gerne  das
Gchässige  oder  die  Gefahr  theilte,  so  mochten  sie  zur  großen
Deputation  gehen.  Wenn  man  dem  Fürsten  zeigen  wollte,
daß  es  nicht  an  den  persfdnlichen  Gesinnungen  des  kleinen
Comité  liege,  so  ließ  man  die  große  Deputation  sprechen.
Falls  auch  bei  einem  Gegeustande,  der  vorkam,  mehr  Arbeit