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ist  kein  historisches  Stuͤck  der  gewoͤhnlichen  Manier.  Nie
sieht  man  hier  schnelle  und  große  Kraͤfte  wirken,  sondern  es
ist  ein  stilles,  unvermerktes  Wachsen  und  Gedeihen.  Mian
sieht  nie,  was  sonst  jede  Geschichte  so  oft  zeigi,  daß  Drung
und  Gewalt  zur  Explosion  kommen,  und  mit  einem  Miale
einen  großen  freien  Raum  machen;  aber  eine  eben  so  unamsgesetzt,
  als  fein  wirkende,  elastische  Kraft  ist  unberkennl#ar,
die  Alles  um  sich  her,  was  sie  nicht  anziehen  kann,  verdräugt,
und  endlich  nach  mehreren  Generationen  einen  weiten,  unnbeengten
  Spielraum  sich  gereinigt  hat,  wie  ihn  vielleicht  die
heftigste,  vulkanische  Explosion  nie  gemacht  haben  würde.
Das  Gedeihen  dieses  Instituts  ist  wie  das  Gedeihen  eines
Baume,  der  erst  im  dichten,  stammreichen  Walde  stehr,  bald
aber  Alles  um  sich  her  so  verdorren  macht,  daß  kaum  noch
Gras  und  Unkraut  da  fortkommt,  wo  ehedem  schöne,  rivalisirende,
  junge  Stämme  gestanden  hatten.

Die  ganze  Geschichte  desselben  theilt  sich  in  zwei  Perioden.
  Die  erstere  begreift  bloß  84  Jahre.  Sie  fängt  an
mit  der  Entwerfung  des  ersten  Mandats,  und  endigt  sich  mit
der  letzten,  bis  jetzt  noch  bleibenden  Revision  desselben.  Man
sieht  hier  von  einer  Epoche  zur  andern  deutlich,  wie  das
Ganze  herbeiwächst,  weil  man  in  jedem  neuen  oder  revidirten
Mandat  und  in  der  Vergleichung  desselben  mit  dem  vorhergehenden
  einen  sicheren  Maßstab  findet.  Dieß  ist  die  Zeit
der  schoͤnen  Jünglings=  und  Mannsjahre  des  Justituts,  wo
Alles  noch  voll  innerer  Kraft  war.

Die  zweite  Periode  umfaßt  einen  Zeitraum  von
157  Jahren,  und  geht  bis  auf  die  neuesten  Zeiten  herab.
Das  Mandat  blieb  in  dieser  Zeit  eben  dasselbe,  aber  das
Institut  selbst  änderte  sich  gewaltig.  Es  änderte  sich,  wie
Alles  sich  ändert,  was  man  dem  Spiele  der  Witterung  und