98

und  am  meisten  mochte  man  wohl  am  Ende  deßwegen  ruhig
seyn,  weil  häufig  allgemeine  Landes-Konvente  waren.  Daß
diese  aber  berechtigt  seyen,  große  Nachsuchung  zu  thun,  war
wohl  keine  Frage.  Wenn  sie  es  nur  recht  verstanden,  wonach
sie  zu  fragen  hatten!

Diese  vollig  veränderten  Kassenverhältnisse  mochten  also
wohl  unschädlich  seyn,  so  lange  das  Personal  des  Ausschusses
nur  einigermaßen  den  Hoffnungen  entsprach,  die  man  doch
bei  jedem  Institut  immer  als  letzte  Grundlage  des  Ganzen
ansehen  muß,  und  was  zu  gleicher  Zeit  die  acht  Männer  in
ihrem  Verhältniß  als  gesetzmäßige  Mtitionäre,  von  einem
Landtag  zum  andern  und  von  einem  Zeitalter  zum  andern,
in  den  84  JFahren,  seit  1554  bis  zur  lechten,  jetzt  noch  bleibenden
  Revision  des  Mandats,  gewonnen  hatten,  dieß  schien
reiner  Gewinn  für  das  Ganze  zu  seyn.

Sie  hatten  mittelbar  und  unmittelbar  viel  gewonnen,
und  fast  noch  mehr  an  Autorität  und  Einfluß,  als  an  wirklicher
  Macht  gewonnen.  Dieß  erfuhren  ihre  Mandanten  oft
eben  so  gut,  als  der  Herzog.

Wie  viel  mußte  nämlich  nicht  einem  Korps  dieser  Art
von  selbst  zuwachsen,  wenn,  wie  hier  der  Fall  war,  zwei,  drei
Menschenalter  hindurch  alle  täglich  vorkommenden  Angelegenheiten,
  die  etwa  zur  Theiluchmung  der  Stände  gehbrten,  und
alle  Vorarbeiten  auf  die  allgemeinen  Konvente  oder  auch  einzelne
  Eneschließungen  derselben,  und  alle  Ausführungen  dessen,
was  der  Landtag  halb  vollender  lassen  mußte,  durch  die  Hände
desselben  gingen.  Es  stand  überdieß  bald  gar  zu  übel  mir
der  Kenntniß  und  Wissenschaft  der  Mandanten.

Noch  war's  nicht  hundert  Jahre  nach  dem  Tübingischen
Vertrage,  so  gestanden  schon  die  meisten  der  vornehmsten
Stadimagisirate  treu  und  offenherzig,  daß  sie  die  Sachen