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Nur  war  die  Rolle  schwer  zu  waͤhlen,  die  Herzog  Friedrich
  zu  spielen  hatte.  Der  Bund,  den  Kurpfalz  anbot,  war
ihm  eben  so  unangenehm,  als  unbehaglich  er  die  ehrgeizigen
Plane  des  schlauen  Herzogs  von  Bayern  wahrnahm.  Es  ist
schwierig,  seine  Partie  richtig  zu  nehmen,  wenn  man  zu  einer
Hauptrolle  zu  klein  und  zu  einer  subalternen  Rolle  zu  groß  ist.
Ach!  schade  fuͤr  den  talentvollen,  hochverständigen  Fürsten;
gerade  in  diesem  Moment  riß  ihn  der  unerwartetste  Tod
dahin.  *)

Mit  ihm  war  nun  auch  Alles  dahin.  Alle  Projekte  zerstoben,
  sie  mochten  sich  auf  auswärtige  oder  einbeimische  Politik
  bezogen  haben.  Sein  Sohn  und  Nachfolger  Johann
Friedrich  war  kein  Mamn,  der  sich  eine  Rolle  machen  oder
wählen  konnte.  Alles,  was  zum.  Theil  auch  nützlich  seit  Kurzem
  im  Lande  eingeführt  worden  war,  zerfiel  oder  wurde  wieder
  abgeschafft;  der  ganze  alte  Zuskand  der  Dinge  schien  zurückzukehren,
  wie  es  zu  Zeiten  des  sel.  Herrn  Herzogs  Ludwig
gewesen  war.  Herr  Kammersekretarius  und  Geheimerrath
Melchior  Jäger  hatte  wohl  viel  zu  thun,  bis  ihm  Alles  wieder
  in  alten  Stand  kam.

Dieß  galt  denn  mitunter  auch  der  Verfassung  der  ständischen
  Ausschüsse.  Die  auf  dem  Landtage  versammelten
Stände  ernannten  wieder  eine  kleinere  und  eine  größere  Deputation,
  wie  sie  weiland  gewesen  war,  75)  und  gaben  auch

*)  29.  Januar  1608.

#  Die  Stelle  bei  Sattler  Thl.  VI.  S.  7  ist  so  verwirrt,  daß
man  die  genauere  Entwickelung,  wie  es  damals  zugegangen  sev,
aufgeben  muß,  bis  nähere,  bessere  Nachrichten  an's  Licht  kommen.

4)  Spricht  er  von  zwei  landschaftlichen  Ausschüssen,  die
gleich  in  den  ersten  Tagen  des  Regierungsantritts  Herzog  Johann
Friedrichs  in  Aktivität  gewesen  sepn  sollen.  Und  doch  eristirte