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Comité  ausgemacht  hatten,  lebte  nur  noch  einer.  Auch  der
alte  Landschaft-Advokat  oder  Landschaft-Konsulent  war  zu
Straßburg  gestorben,  man  mußte  einen  Professor  von  Tuͤ-bingen
  holen,  der  die  Landschaft-Advokatendienste  übernahm.

Wie  sehr  sich  aber  doch  die  Zeiten  ändern  koͤnnen,  und
wie  man  oft  bald  die  alten  Zeiten,  bald  seine  eigenen  nicht
begreifen  kann!  Jetzt  hat  man  schon  seit  mehr  als  zehn
Jahren,  und  dieß  gewiß  nicht  zum  ersten  Male,  vier  in  Aktivität
  sich  befindende  Landschaft-Advokaten  oder  Konsulenten,
und  weiß  doch  mit  der  Arbeit  kaum  fertig  zu  werden.  Dr.  Rümmelin,
  der  16538  die  Landschaft-Adbokatenstelle  allein  übernahm,
  und  damals  schon  ein  Mann  von  56  Jahren  war,
versah  noch  zu  Tübingen  seine  Professorstelle  dabei,  und  führte
auch  nachher  zugleich  noch  zweimal  das  Rektorat  der  Universitaͤt.
  Wer  hätte  vermuthen  sollen,  daß  sich  in  unseren  Zeiten,
  verglichen  mit  denen  des  dreißigjährigen  Krieges,  und
verglichen  gerade  wit  solchen  Jahren,  da  sich  der  Feind  im
Lande  umhertrieb  und  Alles  restaurirt  werden  mußte,  —  die
pflichtmäßige  Arbeit  dieser  Stelle  so  vermehrt  habe,  daß  ein
mehr  als  vierfaches  Persenal  nothwendig  werde?

Man  restaurirte  also  gleich  1658  Alles,  so  gut  man
konnte,  und  man  that  weit  mehr,  als  billig  gefordert  werden
durfte.  In  vielen  Veränderungen  des  Mandats,  wie  sie  vielleicht
  jetzt  erst  gemacht  oder  vielleicht  doch  von  der  letzteren
Revision  her  beibehalten  wurden,  zeigt  sich  ein  Geist  der
Klugheit  und  Ordnung  und  Bestimmtheit,  den  man  bei  vielen
  der  älteren  Revisionen  vermißte,  die  doch  in  ruhigern
Jeiten  gemacht  worden  waren.  *)

v)  Das  Mandat  von  1638  f.  im  Anhang  meiner  wirtembergischen
Geschichte  (ssmmeliche  Werke  Bd.  5,  S.  540).