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Gewiß  ist  in  diesen  letzten  fuͤnf  Menschenaltern  auch  dort
am  Neckar  eine  ganz  andere  Welt  geworden;  und  das  Regulativ,
  das  eine  der  wichtigsten  Staats-Einrichtungen  besiimmte,
ist  eben  dasselbe  geblieben.  Alle  Landeskollegien  haben  seitdem
eine  neue  Organisation  und  neue  Ordnungen  erhalten;  allein
dieses  ständische  Comité,  das  zu  den  wichtigsten  vor  allen
übrigen  gehoͤrt,  hat  noch  sein  alres,  seit  mehr  als  anderthalb
Jahrhunderten  unverändertes  Mandat.  Wie  oft  auch  unterdeß
große  Landtage  gewesen  sind,  die  alte  Akte  blieb!  Wie  oft
man  auch  Ursache  fand,  kleine  neue  Einrichtungen  einzuschieben,
die  nicht  Neuerungen  hervorbringen,  sondern  nur  der  alten
Konstitution,  an  der  die  Zeit  immer  abrieb,  ihre  volle  Kraft
erhalten  sollten,  so  war  doch  nie  ein  Versuch  dieser  Art  gemacht
  worden.  Man  hat  zweimal  in  unserem  Jahrhundert
einen  großen  Landtag  gehabt,  und  ist  beide  Male  mit  einem
Eifer  zusammen  gekommen,  als  ob  allen  Mißbräuchen  gesteuert,
  Alles  neu  und  besser  eingerichtet  werden  sollte.  Aber
eben  die  temporären  Verhältnisse,  die  den  großen  Konvent
jedes  Mal  herbeigeführt  haben,  gaben  auch  jedes  Mal  der  oͤffentlichen
  Ausmerksamkeit  eine  Richtung,  die  bloh  an  die  naͤchsten
  und  dringendsten  Beduͤrfnisse  denken  ließ.  Man  war
frob,  nur  die  verheerenden  Mißbraͤuche  der  landesherrlichen
Gewalt  dämmen  zu  können;  zur  eigenen  ständischen  Haus-Resormation
  schien  man  weder  Lust,  noch  Muße  zu  haben.

Man  merkt  es  auch  wohl,  wird  einst  die  freimüthigere
Geschichte  ausführlich  geuug  erzählen.  Darum  sind  so  viele
Dinge  nach  und  nach  ganz  aus  ihren  Fugen  gewichen.  Einrichtungen,
  die  weiland  nötzlich  gewesen  seyn  mochten,  scheinen
  schädlich  geworden  zu  seyn.  Unbedeckte  Partien,  die  man
ehedem  kaum  gefühlt  hatte,  haben  sich  allmählich  so  zu  ruin=