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in  Dingen  dieser  Art  eine  grundlosere  Forderung  gemacht  worden,
  als  die  damalige  war.

Herzog  Karl  war  gewiß  ein  kluger,  hochverständiger  Fürst,
nur  die  Handlungen  zeigten's  nicht  immer.  Sein  Minister,
Graf  Montmartin,  schien  ein  schlauer  Minister  zu  seyn,  aber
seine  Schlauheit  war  nur  die  der  kleinen  Hofart,  und  nicht
des  Ministers.  So  regiert  man  Garderoben,  wie  er  jetzt  die
Landstände  beherrschen  und  die  Landeskollegien  bearbeiten
wollte.  Mit  kahlem  Trotze  sollte  erzwungen.  werden,  was
bloß  mit  süßen  Worten  gewonnen,  und  mit  Hofschmeicheleien
aller  Art  errungen  werden  konnte.

Es  war  traurig  anzusehen,  wie  er,  der  Minister,  der  der
schlechtere  Kopf  war,  den  genievolleren  Herzog  gängelte,  und
es  scheint  unglaublich  zu  seyn,  wie  lange  Herzog  Karl,  so  gescheit
  er  auch  war,  ein  falsches  Spiel  sich  vormischen  ließ.
Er  spielte  fast  zehn  Jahre  lang  mit  hoher,  siegahnender  Miene
ein  Spiel,  dessen  Ende  leicht  Knaben  berechnen,  und  dessen
Betrug  junge  Anfänger  der  Politik  leicht  entdecken  mochten.

Er  trieb's  sfeben  Jahre  lang  mit  einem  Ungestüm  der
Gewaltthätigkeir,  als  ob  er  durchaus  vor  dem  höchsten  Reichsrichter
  angeklagt  zu  werden  wünschte.  Sein  Minister,  der
Alles  billigte,  Alles  zurieth,  Alles  angab,  schien  ein  eigenes
Staatsgeheimniß  zu  besitzen,  wie  er  vor  dem  höchsten  Reichsrichter
  alles  Unrecht  zum  Recht  machen  könne,  und  gerade
die  gröbsten  Sorren  desselben  in  das  unverkennbarste  Recht
zu  verwandeln  im  Stande  sey.  Wer  bloß  nach  dem  Aeußern
urtbeilte,  und  bloß  zusah,  wie  die  Gewoltthätigkeiten  immer
wilder  wurden,  je  näher  es  zur  letzten  Krise,  dem  entscheidenden
  Einspruch  des  Kaisers,  kam,  der  mußte  bald  glauben,  daß
das  Staatsgeheimniß  des  Ministers  nur  alsdann  wirken  koͤnne,