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Das  Schicksal  eines  solchen  appanagirten  jungen  Herrn
ist  sich  so  ziemlich  an  allen  Hoͤsen  immer  gleich.  Er  avancirte
in  der  Armee  ziemlich  schnell  von  einem  Grade  zum  andern,  ward
bald  General,  fand  militaͤrische  Uebung  genug  in  polnischen
und  saͤchsischen  Diensten,  lernte  aber  auch  die  Ueppigkeit  des
saͤchsisch-  polnischen  Hofes  kennen,  die,  wie  bekannt  ist,  damals
  gewiß  nicht  ihresgleichen  hatte.  Bei  seinen  geringen
Einnahmen,  die  er  von  Hause  erhielt  und  die  er  im  Dienste
genoß,  mußte  er  nothwendig  beträchtliche  Schulden  machen;
doch  war  eine  kleine  Licbes-Avantüre,  die  schon  ungefähr  in
seinem  fünf  und  zwanzigsten  Jahre  anfing,  und  endlich  nach
achtjähriger  Galanterie  bis  zu  einer  heimlichen  ehelichen  Verbindung
  sich  entwickelte,  seinen  Finanzen  mehr  vortheilhaft,
als  nachtheilig.

Zu  Dresden  lebte  nämlich  zu  dieser  Zeit  eine  sogenannte
Fürstin  von  Teschen.  Was  sie  chedem  gewesen,  welche  Rollen
  sie  in  Polen  und  in  Sachsen  gespielt,  wußte  man  wohl,
aber  man  vergaß  es  fast  gern,  wenn  man  in  der  frohen,
geistvollen  Gesellschaft  der  schonen  Dame  war.  5)

Sie  machte  zu  Dresden  ein  großes  Haus,  denn  König
August,  der  nie  sparsam  gewesen,  und  am  wenigsten  seine
Favoritinnen  darben  ließ,  hatte  ihr  königliche  Geschenke  gemacht.
  Sie  hatte  auch  treffliche  Güter  in  der  Lausitz  erhalten,
  wo  sie  einen  großen  Theil  des  Jahres  zubrachte,  und
immer  auch  noch  in  spätern  Jahren  einen  kleinen  Kreis  von
Höflingen  um  sich  her  versammelt.  Ob  sie  auch  schon,  wie
der  26jäbrige  Prinz  sie  vertrauter  kennen  zu  lernen  anfing,
eine  Dame  war  nahe  bei  vierzig,  so  sah  man  doch  noch  die
Reste  der  Schönheit,  welcher  chedem  der  König  gehuldigt  hatte.

*)  S.  von  ihr  la  Sare  galante,  S.  243  2c.