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Sie  war  aus  einem  der  ersten  polnischen  Häuser,  deun
die  Familie  von  Buckom  gebbrte  weder  zu  den  großen,  noch
wohlhabenden  Familien  des  Königreichs,  aber  der  bekaunte
Mimas  und  Kardinal  Radziejowsky  war  ihr  Oheim  ges
wesen,  und  der  Sohn  des  alten  Kron-Großfeldherrn  Lubomiréky,
  der  junge  Fürst  Franz,  hatte  sich  in  sie  verliebt
und  sie  zur  Gemahlin  genommen.  *)

Kaum  aber  hatte  der  neue  König  August  unter  den  Damen
seines  polnischen  Hofes  sich  umgesehen,  so  fiel  sein  Auge  auf
diese  junge  Lubomirsky,  und  die  Hofleute,  die  erst  geglaubt  hatten,
daß  der  König  den  Oheim  burch  die  Nichte  zu  gewinnen  suche,
sahen  sich  bald  in  ihrer  Meinung  betrogen.  Die  Galanterie  galt
nicht  dem  alten  Kardinal,  sondern  einzgig  der  Schönheir.

Nun  aber  folgte  auch,  wie  gewöhnlich  bei  König  August,
Alles  schnell  auf  einander.  Der  junge  Lubomirsky  ward  eifersächtig,
  wollte  vom  Hofe  hinweg  und  auf  seine  Güter  ziehen.
  Die  Frau  sollte  folgen  —  sie  wollte  nicht;  es  kam  zur
Scheidung.  Sie  wurde  erklärte  Geliebte  des  Kbnigs.  Der
Kaiser  ernannte  sie  zur  Reichsfuͤrstin;  sie  hieß  Fürstin  von
Teschen,  und  der  Sohn,  den  sie  1700  erzeugte,  bieß  Chevalier
  de  Sare.  Man  wuhte,  was  in  Augusts  Leben  ein
böchst  seltener  Fall  war,  einige  Jahre  lang  bloß  von  der  Fürstin
  von  Teschen  als  erklärter  Geliebten  des  Königs,  bis  endlich
  der  Minister  von  Hoym  seine  Gemahlin  an  ihn  verlor,
und  diese  als  Frau  von  Cosel  zu  despotisiren  anfing.  Nun
ward  allmäblich  aus  der  ehemaligen  Geliebten  des  Königs
eine  der  ersten  Damen  bei  Hofe.

Doch  das  alles  waren  auch  schon  ziemlich  alte  Hosgeschichten,
  wie  die  Verbindung  mit  dem  Prinzen  Friedrich

*)  Wahrscheinlich  schon  vor  1698.