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Ludwig  von  Wirtemberg  anfing,  und  man  achtete  auch
im  Anfang,  selbst  am  Hofe,  dieser  Verbindung  nur  wenig.
Wenn  ein  Prinz  von  etlichen  und  zwanzig  Jahren,  der  am
üppigsten,  prachtvollsten  Hofe  bloß  von  einer  kleinen  Appanage
  und  seinem  Offiziers-Gehalt  leben  muß,  bei  einer  reichen,
vierzigjährigen  Dame  den  Liebhaber  macht,  so  glaubt  man
bald  errathen  zu  können,  was  allein  oder  größtentheils  ihn  fessele.

Es  mag  auch  wohl  nicht  ganz  unrichtig  gewesen  seyn,
was  die  Fürstin  nachher  stets  behauptete,  daß  der  Prinz  zuerst
  von  Heirathsverbindungen  ihr  vorgesagt,  sie  selbst  aber
absichtlich  lange  gezaudert  habe,  seine  Wünsche  zu  erfüllen.
Erst  nachdem  er  acht  Jabre  treu  gedient  hatte,  entschloß  sie

sich  endlich,  den  Pater  Tussan  rufen  zu  lassen,  durch  den  sie

(1722)  in  der  Stille  mit  dem  Prinzen  getraut  wurde.  Der
Kbnig  und  der  Kurprinz  wußten  zwar  davon,  auch  mag  es
manchem  der  übrigen  Großen  am  Dresdener  Hofe  wohl  bekannt
  gewesen  seyn,  aber  vor  seiner  eigenen  Familie  und  vor
aller  übrigen  Welt  sollte  es  doch  ein  Geheimniß  seyn  und
bleiben,  und  selbst  erst  acht  Jahre  nach  der  geschehenen  Trauung
wurde  ein  ordemtlicher  Ebekontrakt  aufgesetzt.  5)

Der  Prinz  verschwieg  nicht  nur  seine  Ehe,  sondern  er
leugnete  sie  sogar,  wenn  der  äußere  Schein  die  Veranlassung
gab,  ihn  darüber  zu  befragen.  Er  meldete  sie  nicht  dem  regierenden
  Herzog  von  Wirtemberg,  als  dem  Chef  des  Hauses,
er  gestand  sie  nicht  einmal  seinem  älteren  Bruder  Karl  Alerander,
  und  die  Ursachen,  die  nachher  die  Fürstin  selbst  von
dieser  Verschwiegenheit  angab,  mögen  nahehin  die  wahren  gewesen
  seyn.

v)  S.  denselben  in  der  Beilage  Nr.  1.  Dresden  den  28.  April
4750.