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Noch  lebte  nämlich  damals  seine  Mutter,  und  diese,  die
sich  noch  immer  mit  Schmerzen  der  Religionsveränderung
ihres  altesten  Sohnes  erinnerte,  ahnte  auch  hier  sogleich,  daß
eine  Verbindung  solcher  Art  ibren  Sohn  zur  katholischen  Religion
  verleiten  möchte.  Sie  schrieb  daber  auch  sogleich  an
die  Gemahlin  König  Augusts  von  Polen,  und  der  Erfolg  hat
wohl  gezeigt,  wie  richtig  ihre  Ahnungen  gewesen  seyen.  Der
Prinz  wurde  wirklich  durch  diese  Verbindung  katholisch.

Er  hatte  aber  auch  noch  nach  der  Mutter  Tode  #)  ein
fortdauerndes  Interesse,  diese  Veränderung,  und  so  auch  seine
Ehe,  zu  verheimlichen.  Man  fürchtete,  daß  dem  katholisch
gewordenen  ältesten  Bruder  die  Erbfolge  in  Wirtemberg,
deren  Eröffnung  bei  den  bekannten  Familienverbältnissen  des
regierenden  Herzogs  Eberhard  Ludwig  nicht  entfernt  zu
sepn  schien,  sowohl  von  dem  damaligen  Grävenitz'schen  Ministerium,
  als  auch  von  den  Ständen  des  Landes  streitig  gemacht
  werden  mochte.  Und  so  wenig  diese  Besorgnisse  gegründet
  seyn  konnten,  so  wenig  Prinz  Karl  Alerander,  wenn
er  seine  Rechte  und  seine  Lage  ganz  kannte,  selbst  bei  den
abgeneigtesten  Gesinnungen  dieser  Parteien  wirklich  zu  fürchten
  hatte,  so  besorgt  war  doch  die  katholische  Partei,  daß
etwa  der  Ehrgeiz  des  zweiten  Bruders,  Prinz  Friedrich  Heinrich,
  auf  den  die  Protestanten  als  auf  ihren  Liebling  und
Glaubensgenossen  hinsahen,  vielleicht  doch  noch  kleine  Bewegungen
  und  Schwierigkeiten  hervorbringen  könne.  Wenn  nun
die  Ehe  und  die  Religionsberänderung  des  jüngsten  Prinzen
Friedrich  Ludwig  ein  Geheimniß  blieb,  wenn  man  es  der
protestantischen  Partie  ruhig  überließ,  ihn  als  einen  Herrn
anzusehen,  der  in  diesen  Successionssachen  weit  mehr  gemeinv)

  Sie  starb  1724.