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schaftliches  Interesse  mit  seinem  zweiten!  Bruder  Friedrich
Heinrich,  als  mit  dem  ältesten  Karl  Alerander  haben  müsse,
so  schienen  die  Plane  der  eifrig  katholischen  Faktion  völlig  gesichert
  zu  seyn.  Und  da  selbst  auch  Prinz  Karl  Alerander
mehr  nur  ihr  Werkzeug,  als  ihr  selbsiständiger  wirksamer  Alliirter
  werden  zu  müssen  schien,  denn,  um  Letzteres  zu  seyn,
war  er  offenbar  viel  zu  versiändig,  so  war  es  weder  rathsam,
noch  nothwendig,  auch  nur  Letzterem  von  der  geschehenen  Veränderung
  Nachricht  zu  geben.  )

So  war  also,  noch  wie  Herzog  Eberhard  Ludwig  ½0)  starb
und  Karl  Alerander  ruhig  in  der  Regierung  ihm  folgte,  die
Ebe  des  Prinzen  Friedrich  Ludwig  ein  wahres  Geheimniß.
Die  Sage  trieb  sich  wohl;  man  wußte  auch,  wie  er  mit  der
Minzessin  zusammen  lebe,  aber  an  eine  wirkliche  Ehe  konnte
man  doch  nicht  denken.  Sie  hieß  ja  noch  immer  bloß  die
Fürstin  von  Teschen.  Auch  waren  überdieß  die  Jahre  so  verschieden,
  daß  sie  wohl  beinahe  die  Mutter  des  Prinzen  hätte
seyn  können,  und  warum  sollte  man  nach  dem  wirklichen  Regierungsamtritt
  Herzog  Karl  Aleranders  aus  einer  solchen  ehelichen
  Verbindung,  wenn  irgend  eine  da  war,  noch  immer  ein
Geheimniß  machen?  Die  eigene  Ehre  der  Fürstin,  weil  doch
von  ihrem  Umgange  mit  dem  Prinzen  gesprochen  wurde,  schien
die  Enthüllung  nothwendig  zu  machen,  sobald  die  bisherigen
Gründe  der  Verheimlichung  nicht  mehr  da  waren.  So  sprach
man  und  so  urtheilte  man,  wie  mit  einem  Male  der  Tod
des  Prinzen  die  unerwartetste  Aufklärung  gab.

Er  war,  sobald  der  österreichisch-franzbsische  Krieg  wegen
der  polnischen  Königswahl  am  Rhein  und  in  Italien  ausge-*)

  Alle  diese  Nachrichten  sind  aus  einem  elgenhändigen  Briese
der  Fürstin  von  Teschen  an  den  Herzog  Karl  Alerander.
31.  Obktober  1733.  *

Svpitller's  sämmtliche  Werke.  XIII.  Be.  45