260

Parzellen  unschädlich,  es  auch  für  die  übrigen  sey,  darauf
kam  es  bei  dem  Problem  nicht  an.

Kein  Wunder  also,  daß,  wie  Vorstellungen  des  Ober-Forsimeisters
  von  Urach  einkamen,  er  koͤnne  die  auf  ihn  revartirte
  Geldsumme  nicht  auftreiben,  ein  neuer  geschärfter
Befehl  gleichen  Inhalts  erging.  Man  mußte  Geld  haben,
und  schnell  vicl  haben,  denn  mit  jedem  Tage  stieg  die  Noth.
Die  Offiziere  rangen  mit  der  Verzweiflung.  Die  Rückstände
ihres  Traktaments  stiegen  schon  über  eine  balbe  Million,  und
so  hart  man  den  Ober-Forstmeistern  schon  im  Reskript  vom
47.  April  gedrohr  hatte,  so  war  doch  den  15.  Mai  noch  kein
Kreuger  von  der  schon  sicher  am  1.  Mai  erwarter#en  Summe
eingegangen.  Dabei  stieg  denn  aber  doch  die  Geldverschwendung
  des  Herzogs  täglich  immer  mehr,  denn  er  schien  sich
wahrhaft  an  den  Glauben  gewöhnt  zu  haben,  daß  es  nur
am  vielen  Fordern  liege,  um  recht  viel  zu  erhalten.  Alles
immer  bei  höchster  Ungnade,  um  gehdrig  immer  in  Athem
zu  setzen,  und  alle  paar  Monate  wieder  eine  ganz  neue  Rubrik
  von  Ausgaben.

Außer  dem  unproportionirlichen,  großen  Truppenkorps,
dessen  Unterhalt  durch  eine  zweckwidrige  Menge  von  Offizieren
doppelt  kosibar  gemacht  wurde,  ward  nebenher,  obne  je  aufzuhdren,
  sehr  viel  auf's  Bauen  verwendet.  Graveneck  gefiel
bald  nicht  mehr,  und  war  wohl  auch  kein  Aufenthalt  für  die
trüberen  oder  kälteren  Jahreszeiten;  die  Stadt  Stuttgart  war
in  der  hochsten  Ungnade,  weil  auch  ihre  Bürgerschaft  der
neuen,  so  gnädig  gemeinten  Militärsteuer  sich  nicht  gefreut
hatte;  sie  sollte  also  der  glorreichen  Anwesenheit  ihres  huldreichsten
  Landesvaters  nicht  genießen.  Ludwigsburg  aber
schien  den  Fehler  zu  haben,  daß  nicht  erst  Herzog  Karl  den
Grundstein  zu  Stadt  und  Schloß  gelegt  hatte.  Schon  vor