282

Ir  Bedencken  daruff  verfassen,  so  ist  dann  der  Mangel,  das
die  Sachen  fuͤr  E.  F.  G.  gebracht,  und  nit  gleich  endlicher
Beschaid  daruff  erlangt  werden  mag,  daher  dann  volgt,  das
durch  solchen  Ufzug  dreyfache  Berathschlagung  die  armen  leuth
hin  und  wider  gewisen,  nit  abgefertiget,  und  in  einen  unnuzen
costen  auch  wider  willen  gebracht  werden;  daher  denn  nit  allain
by  der  Landtschafft  sondern  auch  by  frembden  das  geschrey
entstanden,  man  regiere  im  Land  Wirtemberg  übel,  da  seye
kbeine  expedition.“

Außerdem  bemerkten  die  Hofräthe  zugleich,  daß  ctliche
Male  bei  der  Kanzlei  und  bei  Hofe  Befehle  ausgingen,  die
einander  zuwiderliefen,  wodurch  also  die  Leute  bald  irre  gemacht,
  bald  unbillig  umgetrieben  würden.  Und  da  sie  wohl
saben,  daß  sich  der  Herzog  eben  so  wenig  bewegen  lassen
werde,  beständig  bei  der  Kanzlei  zu  bleiben,  so  wenig  es  andererseits
  möglich  sey,  daß  sämmtliche  Räthe  beständig  ihm
nachziehen  könnten,  so  erklärten  sie,  wie  es  wohl  das  Zuträglichste
  seyn  möchte:

„das  ein  aintziger  Rat  zu  Stutgardten  statlich
besetzt  und  verordnet  würde,  der  gestalt,  das  uß  den  Cautzly-Hof=
  und  RentChammer  Raͤten  die  geschicktesten,  tauglichsten
und  E.  F.  G.  vertrautesten  darzu  verordnet,  und  nach  andern
mer  getrachtet  werde,  denen  E.  F.  G.  ernsilichen  Bevelch  getan
  hätten,  alle  sachen  zu  hören,  darüber  den  rechten  und  Billigkeit
  nach,  gerichtlich  und  sonsten  Beschaid  und  uhrichtung
geben,  wie  sie  dann  sollichs  gegen  Gott  und  E.  F.  G.  wißten
  und  wolten  veranrworten.  Darunder  aber  E.  F.  G.  etliche
  sachen,  als  die  E.  F.  G.  Person,  Land  und  Leut  berüren
  teten,  vorbehalten,  darin  die  Räte  nichts  zu  beschliesen,
sonder  derselbigen  sampt  Irem  undertenigen  Rat  und  gut