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Doch  aber  glaubte  man,  wie  erst  angefuͤhrter  Rezeß  zeigt,
durchaus  keinen  Geheimentath  als  eigenes  hoͤchstes  Collegium
  je  mehr  entstehen  lassen  zu  muͤssen,  und  die  Organisation
  des  Regiments  sollte  nicht  mehr  die  Festigkeit  und  Central-Union
  haben,  die  doch  zu  Lebzeiten  des  klügsten  und  thätigsten
  Fuͤrsten  schon  in  ihrer  ersten  Entwicklung  gewesen  war.

Die  Verwirrung  wurde  übrigens  bald  nach  diesem  Rezesse
  (14.  April  1570)  noch  größer.  Die  Herzogin  Wittwe
gab  vor,  eine  Badkur  brauchen  zu  muͤssen,  und  der  kleine
Hofplan  ihrer  Partie  scheint  gewesen  zu  seyn,  daß  während
ihrer  Abwesenheit  Alles  ihr  zugeschickt,  und  über  alle  auch
unbedeutenderen  laufenden  Angelegenheiten  erst  ihre  Entschließung
  erwartet  werden  müsse.  Allein  hier  kam  der  Obervormünder
  Markgraf  Georg  Friedrich  von  Brandenburg  mit
einem  ernstlichen  Wort  dazwischen,  man  könne  während  dieser
Zeit  Statthalter  und  Räthen  die  Hände  nicht  sperren.

Im  September  eben  desselben  Jahres  starb  der  Land-Hofmeister,
  und  nicht  nur  Kanzler  Feßler  kündigte  seinen  Dienst
so  ernstlich  auf,  daß  man  ihn  schwerlich  länger  halten  zu  können
  schien,  sondern  auch  selbst  der  Startbalter,  Graf  Heinrich
von  Caslell,  war  des  ewigen  Kampfes  und  der  ehrenrührigen
Angriffe,  denen  er  sich  stets  ausgesetzt  sah,  endlich  so  müde,
daß  er  auf  seiner  Entlassung  bestand.

Dieß  alles  veranlaßte  auch  im  März  1571  eine  neue
Zusammenkunft  der  Gesandten  der  Fürsten  Vormünder;  aber
ungeachtet  der  Statthalter  seine  so  dringend  gebetene  Entlassung
hier  endlich  erhielt,  also  die  Landesregierung  ihren  wichtigsten
Mann  verlor,  so  blieb  es  doch  wieder  dabei:  nur  keinen
Geheimenrath.

Es  hieß  demnach  im  Abschied,  den  jene  Gesandten  den
22.  März  1574  zu  Stuttgart  machten:  „Und  nachdem  hie-