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Doch  Jaͤger  war  kein  Mann,  den  kleine  Unfaͤlle  schreckten,
  und  gerade  dieser  kleine  Umschlag  der  Dinge  scheint  seinen
Muth  verdoppelt  zu  haben.  Er  erscheint  gleich  im  nächsten
vormundschaftlichen  Rezesse,  der  nur  elf  Monate  nach  jenem
geschlossen  worden,  als  glücklicher  Sieger.

Er  hatte  seinen  alten  Platz  als  Geheimeraths-Sekretär
  behauptet,  um  in  den  wichtigsten  Angelegenheiten,
die  vorkommen  mochten,  die  Gesinnungen  der  ersten  Männer
im  Landesregiment  sicher  erforschen  und  nörhigenfalls  leiten  zu
konnen.  Zugleich  doch  aber  harte  er  sich  auch  die  volle  anerkannte
Eristenz  des  Kabinets-Sekretärs  oder  Kabinets-Raths  erobert.

Von  Kurzen  hört  man  nichts  mehr,  sondern  es  ist  nun
allein  sein,  Herrn  Melchior  Jägers,  Amt  geworden,  fleißig
auf  die  Herzogin  Mutter  und  den  jungen  Herzog  zu  warten.

Alle  Reservatsachen  sollten  nur  durch  ihn  an  die  Herzogin
  Vormünderin  gebracht  werden,  und  es  ist  wohl  leicht  zu
erachten,  daß  selten  ein  Geheimerrath  zusammen  gerufen
wurde,  da  er  immer  erst  auf  besonderen  Befehl  der  Herzogin
Vormünderin  zusammenkommen  konnte,  auch  Herr  Melchior
Jäger  jedesmal  als  Sekretär  der  Session  dabei  erscheinen  sollte.

Doch  der  rastlose,  ehrgeizige  Mann  war  noch  nicht,  wo
er  zu  seyn  glaubte;  deun  einige  Wochen  nach  diesem  seinem
Siege  wurde  es  hie  und  da  lautbar,  daß  die  Herzogin  Mutker
  oft  starke  Geistes-Abwesenheiten  zu  haben  scheine.  Die  Sage
wuchs  schuell,  und  das  Uebel  stieg  immer  höher.  Die  Hoffnung
  einer  schnellen  Genesung  verschwand  auch  endlich  so  sehr,
daß  man  die  gute  Fürstin  in  ordentlichen  Gewahrsam  bringen
mußte,  und  daß  es  dringende  Nothwendigkeit  wurde,  die  Landesregierung
  gleichsam  in  ihrem  Mirtelpunkt  neu  einzurichten.

Jäger  konnte  das,  was  in  Ansehung  seiner  dabei  geschehen
  würde,  sicher  voraussehen.  Er  sollte  nämlich  wieder  bei