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Fast  Alles  ging  also  bloß  nach  Privatgutachten  einzelner
vertrauteren  Männer.

Die  Staats-Angelegenheiten  verhandelte  der  Herzog  mit
dem  Tübingischen  Professor  Dr.  Matthäus  Enzlin,  den  er
gleich  beim  Antritt  seiner  Regierung  als  Rath  von  Haus  aus
in  seine  Dienste  genommen,  und  der,  ohne  je  das  Patent  eines
  Geheimenraths,  wie  Melchior  Jäger,  erhalten  zu  haben,
während  der  ganzen  Regierung  Herzog  Friedrichs  den  wahren
Gebeimenrath  spielte.  Was  etwa  bei  Kammersachen  in's  Detail
  ging,  besorgten  Christoph  von  Degenfeld  oder  der  Land-Prokurator
  Georg  Eßlinger  von  Kochendorf.

Dr.  Enzlin,  der  Verständigste  und  Schlauste  von  Allen,
glaubte  überdieß  nicht  udthig  zu  haben,  mit  dem  Land-Hofmeister,
  Kanzler  und  Vice-Kanzler  in  Koalition  zu  treten,  um
desto  sicherer  mit  ihnen  und  durch  sie  regieren  zu  können.
Er  war  ein  ehrgeiziger,  stolzer,  harter  Mann,  dem  es  selbst
an  politischer  Verträglichkeit  fehlte,  und  der  auch  schon  deßwegen
  die  Geschäfte  gern  allein  trieb,  weil  er  bald  jedes  wichtigere
  Geschäft,  das  der  Herzog  ihm  auftrug,  als  eine  schöne
Finanzgelegenheit  ansah.

So  hatte  er  mit  seinem  eigenen  Schwager,  dem  gelehrten
Kanzler  Dr.  Aichmann,  in  Kurzem  solche  Streitigkeiten,  daß
dieser  (1601)  den  Dienst  verließ  und  kursächsische  Bestallung
annahm.

Um  desto  sicherer  Herr  zu  bleiben,  beförderte  hierauf
Enzlin  einen  Mann)  zur  Kanzlersstelle,  der  sie  nicht  annehmen
  wollte,  weil  er  wegen  eines  natürlichen  Sprachfehlers
öffentlich  zu  sprechen  nicht  vermochte,  was  doch  sehr  oft  die
Hauptpflicht  des  Kanzlers  war.  Gerade  diesen  Theil  des

)  Dr.  Johann  Jakob  Reinhard.