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Wie  aber  auch  Melchior  Jäger  den  &amp;.  April  1644  starb,
so  traten  doch  nicht  eben  dieselben  Verhältnisse  wieder  ein,
die  ehedem,  zur  Zeit  der  Ludwig'schen  Regierung,  einer  solchen
  Emtwicklung  günstig  gewesen.  Niemand  hatte  ein  solches
allgeltendes  Uebergewicht,  wie  damals  Jäger  genossen,  und
wenn  schon  Benjamin  Vouwinghausen  von  Walmerode  besonders

  bei  den  Unionstraktaten  ein  sehr  wichtiger  Mann  gewesen,
  und  von  Fremden,  die  ihn  ehren  wollten,  öfters  Geheimerrath
  genannt  werden  mochte,  )  so  war  doch  sein  wahrer
  Titel  Hofrath  und  Obrist,  ?8)  und  er  galt  vorzüglich
  nur  in  Unionssachen.

Auch  in  keiner  der  Dispositionen,  die  Herzog  Johann
Friedrich  bei  mehreren  seiner  Reisen  außer  Landes  wegen
einstweiliger  Erledigung  geringerer  Reservatfälle  machte,  erscheint
  irgend  eine  Spur  eines  ordentlichen  Geheimenraths.

Wie  er  1613  nach  Braunschweig  ging,  wurden  solche
Fälle  bei  dem  Oberrath  dem  Land-Hofmeister  und  Kanzler,
bei  der  Rentkammer  dem  Kammermeister  und  bei  dem  Kirchenrath
  dem  Direktor  überlassen,  und  von  Allem,  was  diese
Chefs  der  Kollegien  in  dieser  Zeit  erledigt  haben  würden,  sollre
dem  Herzog  bei  seiner  Rückkunft  ein  genaues  Verzeichniß  vorgelegt
  werden.  5%)Während  der  Reise  auf  den  Nürnbergischen
  Unionstag  (1619)  war  die  Besorgung  der  geringeren
Reservatfälle  dem  Land-Hofmeisier  und  Kanzler  und  Dr.  Veit
Breitschwerdten  übertragen.  !)  Vom  Namen  eines  Geheimen-Raths
  erscheint  auch  nicht  eine  Spur.  Es  gab  damals  weder

*)  S.  die  badische  Erklärung  vom  2.  Mai  1622  bei  Sattler,
Thl.  VI.  Beil.  55.
**)  S.  ebendaselbst  Beil.  67.
*%)  S.  das  herzogl.  Dekrer,  Stuttgart  7.  Dezember  1615.
7)  S.  das  Dekret  vom  51.  Oktober  1619.