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Während  er  in  Thätigkeit  gewesen,  war  Alles  gegen  ihn
verschworen.  Wie  er  endlich  abging,  bedauerten  Alle  seinen
Verlust,  die  Wenigen  ausgenommen,  denen  er  bisher  im  Wege
gestanden,  und  die  sich  Alle  am  Hofe  oder  in  der  Kanzlei
fanden:

Daher  dachte  man  auch  jetzt  bei  Hofe  an  keinen  Statthalter
  mehr,  sondern  ein  neuer  Land-Hofmeister  wurde  gesucht,
und  es  that  wohl  Eile,  ihn  zu  finden,  denn  da  Burkhard  und
Varnbüler  damals  zu  Osnabrück  und  Münster  waren,  so
machte  jetzt  Dr.  Johann  Friedrich  Jäger  allein  den
ganzen  Geheimenrath  aus.  Der  Hofmarschall  und  Obrist-Lieutenant
  Anton  von  Lüzelburg  mußte  auch  ungeachtet  aller  seiner
  Vorstellungen,  wie  wenig  er  dazu  tauge,  zutreten,  und
wenigstens  so  lange  den  Geheimen  Regimentsrath  besuchen,  bis
Burkhard  oder  Varnbüler  wieder  kämen.  )  Man  fand  ohnedieß
  einen  neuen  Land-Hofmeister  nicht  so  schnell,  als  man
erst  geglaubt  hatre.

Dr.  Lansius  zu  Tübingen  erhielt  hierzu  die  Aufträge;
er,  ein  alter,  wohlerfahrener  Professor  bei  dem  damaligen
Collegio  illustri,  hatte  große  Bekanntschaften  unter  dem
deutschen  Adel.  Sein  Vorschlag  ging  auf  Graf  Georg  Wolfgang
  von  Castell,  einen  der  besten  seiner  ehemaligen  Schüler.

Nach  langen  fast  drirthalbjährigen  Traktaten  ward  man
endlich  ouch  einig  mit  ihm,  76)  und  das  damalige  Geheime-Raths-Collegium,
  dessen  Cbef  er  sepn  sollte,  war  mit  drei  der
erfahrensten  Männer  besetzt.  Wer,  wie  sie  alle  drei,  den  dreibigjährigen
  Krieg  in  den  wunderbarsten  Abwechslungen  mit
durchgemacht,  auch  Anfang  und  Ende  der  westphälischen

*)  S.  das  herzogl.  Dekret  vom  J.  Oktober  1646.
**)  Im  April  1650  trat  er  endlich  ein.