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Land-Hofmeister  verreiste,  ein  paar  substituirte  Maͤnner  des
Vormittags  den  Gebeimenrath  allein  ausmachen,  des  Nachmittags
  aber  im  Oberrath  sitzen  sollten.  7)

Wirklich  wurden  auch  sast  in  einem  Jahre  (1659)  vier
neue  Geheime  Regimentsräthe  ernannt,  und  nachdem  man
lange  Zeit  vergeblich  mir  Fremden  traktirt  hatte,  so  blieb's
zuletzt  doch  dabei,  daß  drei  der  bisherigen  älteren  Oberräthe,
Georg  Wilhelm  Bidembach  von  Treuenfels,
Dr.  Nic.  Müller  und  Dr.  Joh.  Ulrich  Zeller,  also
die  bisherigen  Geheimeratbs-Bikarien,  dazu  ernannt  wurden;
nebst  ihnen  aber  auch  Chrisioph  von  Mannteufel,  der
den  in  London  versiorbenen  Erbprinzen  Johann  Friedrich  bis,
her  auf  Reisen  als  Hofmeister  begleitet  hatte.

Letzterer  ward  bald  der  Günstling,  und  machte  den  Minister.
  Seine  Gewalt  schien  bald  von  eben  so  großem  Umfange
  zu  seyn,  als  weiland  Geizigkoflers  gewesen  war;  denn
neben  dem,  daß  er  im  Geheimenrathe  saß,  war  er  auch  Hof-Marschall,
  und  hatte  also  das  ganze  Hofwesen  unter  seiner
Aufsicht.  Nur  war  er  gewiß  gewandterer  Hofmann  und
milderer  Kollege,  als  jener,  denn  er  behielt  seine  große  Gewalt
mehr  als  25  Jahre  lang  vdllig  ungeschwächr.

Unter  allen  diesen  vier  neuen  Geheimenräthen  aber  war
kein  Kanzler  und  kein  Vice-Kanzler.  Männer,  wie  man  sie  zu
diesen  Stellen  nörhig  zu  haben  glaubte,  hatte  man  bisher  weder
  in  Wirtemberg  selbst,  noch  auch  im  Auslande  gefunden.

Die  große  Lücke,  die  der  dreißigjäbrige  Krieg  unter  der
studirenden  Generation  gemacht  hatte,  schien  sich  jetzt  erst
recht  fühlbar  zu  machen.  Vorerst  mußte  also  Dr.  Nicolaus
Mpler  v.  Ehrenbach  den  Verweser  des  Vice-Kanzellariats

*)  S.  herzogl.  Dekret  vom  26.  März  1638.