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So  war  auch  damals  weder  Löstern,  noch  nachher  Burkharden
  eingefallen,  viel  weniger  Einem  oder  dem  Andern  zugemuthet
  worden,  daß  sie  sich  adeln  lassen  müßeen.

Jetzt  aber  schien's  unmdglich,  Einen,  der  nicht  vom  Herrenstande
  sey,  zum  Land-Dofmeisier  zu  machen,  oder  einen
Kanzler  zu  haben,  der  nicht  von  Adel  sey;  und  dieß  noch
unter  eben  demselben  Fürsten,  dem  Löfler  und  Burkhard  so
tapfer  und  redlich  gedient  hatten,  als  keiner  aller  Ritter  am
Hofe  sich  rühmen  konnte.

Noch  50  Jahre  weiterhin,  so  entdeckte  man  auch  wieder
auf's  Neue,  daß  ein  schlichter  Doktor  der  Rechte,  der  nicht
edler  Geburk  sey,  unmöglich  das  Wice-Kanzellariar  verwalten.
oder  das  Direktorium  im  Oberrath  fübren  könne.

Es  liegt  in  jeder  Meinung  solcher  Art  eine  natürliche
Tendenz  zu  einer  unbestimmbaren  Progression,  weil  die  Bedürfnisse
  und  Prätensionen  eines  jeden  Standes  im  Staate
nach  eben  dem  Verhältnisse,  wie  sie  befriedigt  worden  zu  seyn
scheinen,  weiter  fortzusteigen  pflegen.  Dieg  hat  der  Klerus
im  Mittelalter  bewiesen.  Seit  dem  Ende  des  sechzehnten
Jahrhunder's  bis  auf  unser  Zeitalter  hin  hat  der  Adel,  namenrlich
  in  unseren  deutschen  Staaten,  ganz  ein  Gleiches  gezeigt,
  und  wie  gierig  der  drikte  Stand  sey,  ist  jetzt  laute
Klage.

Sehr  merkwürdig  isi's  übrigens  in  Beziehung  auf  diese
Standesverschiedenheir,  daß  im  Gebeimenraths-Collegium  nie
eben  dieselbe  Art,  die  Gurachten  zu  unterschreiben,  aufkam,
wie  sie  im  Oberrarhe  von  Anfang  her  gangbar  gewesen,  und
bis  jetzt  beständig  geblieben.

Edelleute  und  Dokroren  unterschrieben  im  Geheimenraths=Collegium
  stets  in  einer  Linie  untereinander,  und  nicht,  wie
im  Oberrathe  gewöhnlich  war  und  noch  gewöhnlich  ist,  in