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der  einzelne  Geheimerath  konnte  nicht  so  heißen,  wenn  schon
dem  Collegium,  dessen  Mitglied  er  war,  unstreitig  mitvormundschaftliche
  Rechte  zustunden.  Es  war  unweise,  daß  er,  oft
ohne  Antworten  zu  erwarten,  Briefe  auf  Briefe  schrieb,  denn
mit  jedem  Briefe,  den  er  in  seiner  Leidenschaft  schrieb  und
der  dem  Herzog  Administrator  vorgelegt  wurde,  gewann  der
Letztere  immer  neue  Ursachen  seiner  Ungnade.  Bald  war  die
Erbitterung  wechselsweise  so  heftig,  daß  keine  Vermittlung  und
kein  Vorschreiben  des  Landgrafen  von  Darmstadt  mehr  ausgleichen
  konnte.

Der  Herzog  Administrator  ertheilte  ihm  endlich  auch  geradezu
  seine  Entlassung.  7)  Selbst  daß  Mannteufel  von
Straßburg  nicht  zuruͤckkam,  so  oft  er  auch  an  das  Zuruͤckkommen
  erinnert  worden  war,  gab  hiezu  den  natürlichsten
Vorwand.  4

Doch  scheint  Mannteufel  auch  nach  diesem  emscheidenden
Schritte  des  Herzogs  Administrator  langehin  die  Hoffnung
der  Ausgleichung  noch  nicht  aufgegeben  zu  haben,  denn  erst
endlich  den  18.  Juli  1679  wandte  er  sich  an  den  Reichshofrath,
bat  um  Restitution  in  sein  Amt,  Ersatz  des  zugefügten  Schadens
  und  Sicherheit  für  die  Zukunft.

Es  ist  merkwöürdig,  welchen  Gang  die  Sache  zu  Wien
nahm.  Der  Kaiser  trug  durch  Commissoriale  dem  Markgrafen
  von  Anspach  auf,  eine  gütliche  Ausgleichung  zu  versuchen.
  Zu  Dinkelsbühl  wurde  deßhalb  eine  Tagsatzung  den
16.  August  1680  eröffnet.  Von  Seiten  des  Herzogs  Administrator
  erschienen  Joh.  Eb.  v.  Varnbäler  und  Steph.  Christ.
Harpprechr,  beide  aber  unter  den  feierlichsten  Verwahrungen,

5%  3.  August  1678,  alfo  ungefähr  15  Monate  nach  Herzog  Wilhelm
  Ludwigs  Tode.

Spittler's  simmtliche  Werke.  XIII.  Bo-  25