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Kenntnissen  dieser  Art  ausgeruͤstet,  mußte  nothwendig  im
Geheimenrathe  seyn.

Doch  noch  bedeutender,  als  Hasenloff  und  Kurz,  war
Dr.  Jak.  Fried.  Rühle.  Was  selten  beisammen  ist,  war
in  ihm  vereinigt.  Große  Gelehrsamkeit  und  schnell  zutreffender
  Geschäftsblick.  Eine  ausgezeichnete  natürliche  Würde
der  Person  und  eine  Arbeiksamkeit,  die  eben  so  schnell  angriff,
als  ausdauernd  beharrte.  Große  Nachgiebigkeir,  wie  sie  dem
Manne  dieses  Amtes  unenkbehrlich  ist,  und  ein  unerschütterliches
Festhalten  gewisser  Hauptzwecke  von  Staatswohl,  wie  es  dem
Manne  dieses  Amtes  ziemt.  Die  wichtigsten  Entwürfe  von
Gutachten  oder  audern  bedeutenden  Aufsätzen  dieser  Zeit,  die
sich  bei  den  Archival=  und  Geheimenraths-Akten  finden,  sind
von  seiner  Hand,  und  fast  zwanzig  Jahre  hindurch  hat  vorzüglich
  er,  und  fast  allein  nur  er,  im  Gcheimenraths-Collegium
  die  Feder  geführt.  Leider  gab's  auch  viel  zu  schreiben!

Schon  im  Februar  1681  mußten  die  mitvormundschaftlichen
  Geheimenräthe  dem  Herzog  Adminisirater,  der  allen
persbnlichen  Remonstrationen  absichtlich  auszuweichen  schien,
die  dringendsten  schriftlichen  Vorstellungen  vorlegen,)  daß
besonders  bei  Hof,  und  amentlich  bei  der  Küchenverwaltung,
  durchaus  mehr  gespart  werden  müsse.

JFeder  reisende  Franzose,  der  sich  bei  Hof  zeigte,  wurde
gefättert.  Neben  den  großen  Kosien,  die  es  machte,  fürchteten
  auch  die  Geheimenräthe,  daß  ein  solches  Franzosen-Ernähren
  zuletzt  selbsit  zu  Wien  Argwohn  erregen  moͤchte,  und
überdieß  ging  doch  auch  in  diesem  täglichen  Brauche  so  viel

*)  Das  Concept  derselben,  von  der  Hand  des  Geheimenraths  Rühle,
findet  sich  unter  den  Majorennitäts-Akten  Herzog  Eberhard  Ludwig's
  in  der  Geheimenraths-Regislratur.