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Ueberdieß  entstand  zu  Wien  ein  großes  Klagewerk  des
Herzogs  Administrator  gegen  die  Stände,  daß  letztere  keinen
Beitrag  zu  allen  den  Anstalten  geben  wollten,  die  man  wegen
der  Landesvertheidigung  und  gehoͤrigen  Provision  der  Festungen
  zu  machen  genöthigt  sev.  Wie  der  Administrator  bald
nachher  die  errichtete  Landmiliz  in  ein  regulirtes  Militär  verwandeln
  wollte,  so  erhoben  wieder  die  Landsiände  gegen  ihn
eine  noch  dringendere  Gegenklage.

Der  alte  Geheimerath  Barthold  v.  Bülow  resignirte  ?)
schnell,  und  wirklich  schien  auch  ein  seltener  Muth  erfordert
zu  werden,  um  da  noch  zu  bleiben,  wo  weder  eine  Ernte  des
Guten,  noch  Ruhe,  noch  Lohn  zu  erwarten  war.

Auch  stieg's  mit  jedem  Tage  immer  mehr,  bis  endlich
der  17.  September  1692  eine  ganz  unerwartete  Krise  hervorbrachte.
  Der  Herzog  Administrator  wurde  an  diesem  Tage
bei  Oetisheim  gefangen,  und  als  Gefangener  nach  Paris  gebracht,
  wo  er  erst  nach  drei  Monaten  seine  Entlassung
erhielt.)

Hundert  neue  staatsrechtliche  Fragen  entstanden  jetzt  in
dieser  dreimonatlichen  Zwischenzeit,  wobei  es  oft  weit  nicht
bloß  um  die  Landesregierung,  sondern  auch  um  das  Kreis-Ausschreibamt
  zu  thun  war,  das  gerade  zu  damaligen  Kriegs-Zeiten
  doppelt  wichtig  seyn  mußte.

Manche  Fragen  konnte  zwar  der  kaiserliche  Hof  mit
seiner  Autorität  sogleich  lödsen;  aber  auch  zu  Wien  fing  man
bald  an  zu  fürchten,  daß  Wirtemberg,  vom  Feinde  scharf  bedrängt,
  endlich  die  Neutralität  ergreifen  möchte.  Der  Reichshofraths-Vicepräsident,
  Graf  v.  Zeil,  der  damals  im  schwaͤ-6)

  Im  November  1689.
"*?)  1.  Januar  1695.