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das  sah  man  wohl  —  konnte  sie  nicht  gedeihen.  Der  stete  Einfluß
  des  müßigen  jungen  Hofvolkes,  und  der  noch  gefährlichere
Einfluß  der  Herzogin  Mutter  war  hier  nicht  zu  vermeiden.
Man  schickte  also  die  Prinzen  noch  Berlin,  um  an  König
Friedrichs  Hofe  zu  lernen,  und  Bilfinger,  der  diese  Idee  durchgesetzt
  hatte,  setzte  es  auch  trotz  aller  Treibereien  und  Intriguen
  der  Herzogin  Mutter  durch,  daß  sie  zwei  Jahre  hindurch
daselbst  bleiben  mußten.

Mit  den  ersten  Tagen  des  Jahres  1744  aber  hatte  dieses
  vormundschaftliche  Regiment  ein  Ende.  Das  Majorennitäts-Diplom
  war  endlich  von  der  Herzogin  Mutter  und  der
Tarischen  Partie,  die  hier  von  Preußen  unterstünt  wurde,
am  kaiserlichen  Hofe  ausgewirkt  worden.  Ein  sechzebnjähriger
Jüngling  voll  Talent  und  wilder  Sinnlichkeit  wurde  demnach
regierender  Herzog,  und  wie  das  Publikum  siete  Veränderungen
  und  Neuigkeiten  haben  will,  auch  Mancher  wohl  nicht
ganz  mit  Unrecht  über  das  einreißende  Unwesen  von  Familien=Aristokratie
  klagte,  deren  Protektor  besonders  Bilfinger  war,
so  ging  ein  großer  Theil  des  Landes  recht  mit  Jubel  der
neuen  Veränderung  entgegen.

Natürlich  aber  verfloß  doch  noch  manches  Jahr,  bis  der
Füngling  wußte,  wie  er  es  eigentlich  mit  dem  Regierungswesen
  anzugreifen  habe,  und  die  alten  Geheimenräthe,  die  ihn
noch  als  Knaben  gekannt,  auch  während  einer  achtjährigen
vormundschaftlichen  Regierung  einen  großen  Kreis  von  Freunden
  und  Anhängern  sich  gebildet  hatten,  verstanden  das  Regimentwesen
  zu  gur,  als  daß  sie  von  einem  der  Gönsilinge,
die  den  jungen  Fürsten  umschwärmten,  schnell  unthätig  gemacht
werden  konnten.  Ohnedieg  war's  Letzterem  zunächst  nur  um
Mädchen,  Lusipartien  und  Reisen  zu  thun;  was  Kille  in  ihm
lag,  sahen  nur  Wenige.